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Alternativen zum Aareschwumm

Nicht alle mögen die Aare oder überfüllte Badis. Für sie gibt es an diesem Samstag verschiedene Alternativen, sich zu amüsieren, ohne nass zu werden.

Kurz nach Mittag ist es hier noch sehr ruhig. Parkonia auf dem Kocherpark.
Kurz nach Mittag ist es hier noch sehr ruhig. Parkonia auf dem Kocherpark.
zvg
Kindermagnet: Der «Chinderchübu» beim Parkonia im Kocherpark.
Kindermagnet: Der «Chinderchübu» beim Parkonia im Kocherpark.
zvg
Hat das Zeug zur Legende: Der Ice Burger.
Hat das Zeug zur Legende: Der Ice Burger.
zvg
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Es gibt gute Gründe, bei diesen Temperaturen nicht in die Badi zu gehen. Endlos-Anstehen für eine Pralinato, Kindergeschrei, Angst vor nackten, schwitzenden Menschenmassen. Aber auch das Aareufer ist an Tagen wie diesen besonders belastet. Kaum eine Stelle frei, wo nicht gleich ein Spanferkel gegrillt wird, wo Musikboxen lärmen oder einfach nur gesoffen und Abfall produziert wird. Doch was tun in Bern bei 33 Grad? Tatsächlich gibt es an diesem Samstagnachmittag ein paar wenige Orte, wo man auch ohne direkten Wasserzugang ganz entspannt etwas Zeit verbringen kann.

Parkonia im Kocherpark

Man sollte ja den Hype um das Parkonia im Kocherpark nicht noch durch zusätzliche Berichterstattung aufbauschen. Aber der Ort ist wirklich ein kleines Paradies. Das war er vermutlich schon, bevor hier die Leute vom Parkonia-Kulturfestival eine ziemlich imposante Bühne, eine Bar und mobile WCs hinstellten. Gestern wurden sie hier angeblich «überrannt», so ein Festival-Aufbauer mit Akkuschrauber in der Hand. Die Frauen hinter der Bar bestätigen dies und trocknen Mehrwegbecher ab. Es sind viele Becher. Jetzt ist allerdings noch nicht viel los. Im Foodwagen schnippelt der Koch Zwiebeln für ein Curry, und die Glacefrau putzt etwas gelangweilt die Vitrinen. Es sind ideale Verhältnisse.

***

Unter den Bäumen hat sich ein junges Paar mit einem Neugeborenen an einen Tisch gesetzt. Warum sind sie nicht in der Badi? «Zu laut» sei es dort, sagt der junge Vater. Und im Schatten sei es ein Gedränge. Hier gefällt es ihnen. Dem Baby auch; jedenfalls scheint es zu schlafen. Noch hat es hier nicht viele Kinder. Das wird sich am Nachmittag sicher noch ändern. Denn die grosse farbige Kiste mit Spielzeugen, der «Chinderchübu», funktioniert wie ein grosser Kindermagnet. Er wird jetzt gerade von einem Bub angesteuert. Nun hat er die Qual der Wahl: Strassenkreiden oder Riesenwürfel? Riesenmikado oder Pedalos? Nur blöd, hat es noch nicht viele Spielkameraden. Geht es nach den Absichten der Parkonia-Leute, werden ab jetzt seine Eltern nie mehr im Sommer klimafeindlich nach Spanien fliegen. Denn das dreiwöchige Festival soll Berns Sommer dermassen aufwerten, dass künftig hier niemand mehr in die Ferne fliegen will.

«Anders» beim Gaskessel

Während beim Kocher-Park alles einen seriösen, geradezu professionellen Eindruck hinterlässt, versprüht das «Anders»-Festival beim Gaskessel den Charme des Gebastelten. Auch hier geht es um Nachhaltigkeit, darum, «dieses Thema für Jugendliche und Besucher erlebbar zu machen», wie die soziokulturelle Organisatorin Stephanie Beutler an der prallen Nachmittagssonne auf dem geteerten Platz vor dem Kessel sagt. Es gibt verschieden nachhaltige Stände und sogar Jutetaschen mit einer gedruckten Saison-Tabelle für Gemüse. Um die Jugend muss man sich hier wirklich keine Sorgen machen.

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An einem Stand unter einer Plastikplane verkaufen Irina und Lena alte Klamotten. Die Hitze scheint ihnen nichts auszumachen. Aber man ist hier schon gefährlich nahe an der Aare. Vereinzelt verirren sich Aareschwimmer und stöbern, dankbar für jede Abwechslung und ein wenig Stille, bei den Kleider-Flohmis oder studieren das Angebot an Demeter-Würsten und Einmachgläsern. Am Abend werden dann übrigens neben verschiedenen Konzerten auch Maden-Snacks angeboten. Das grosse Geld macht man damit vermutlich nicht. Ein grosses Schild auf dem Areal wirbt für Soli-Bändeli.

«Grosse Schlussparty» beim Kultur-Casino

Keine Werbeschilder für Soli-Bändeli gibt es beim Kultur-Casino. Stattdessen wird man beim Eingang von einem blauen Bierzelt eines sehr grossen Biermultis begrüsst. Bevor das Casino für zwei Jahre wegen Sanierung seine Tore schliessen wird, soll heute noch einmal richtig gefeiert werden. Es gibt ein Familienprogramm, Konzerte drinnen und draussen, sowie – Überraschung – verschiedene Foodstände. Bei einem davon gibt es Burger aus aller Welt. Aber was ist mit den Leuten, denen es für Burger zu heiss ist? Für die gebe es heute etwas sehr Exklusives, sagt die Frau hinter dem Grill stolz. Nur wenige Tage nachdem der Choco-Döner seine Tore in Bern für immer schliessen musste (die «Berner Zeitung» berichtete), bietet dieser Stand etwas ganz Besonderes an: einen Ice Burger, ein Burgerbrötchen, gefüllt mit Vanilleglace und Schoggi-Topping für 8 Franken (mit Rahm 9 Franken). Lange anstehen muss man dafür auch nicht.

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