«Die Feuerwehrkaserne ist mehr als eine Beiz»

Die Gewerbler in der alten Feuerwehrkaserne im Breitenrain laden zum Tag der offenen Tür ein. Und erklären ihr Dilemma wegen der hängigen Einsprachen.

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Bernhard Ott@Ott_Bernhard

Juristisch hängt alles an einem seidenen Faden. Aber trotz der hängigen Baubewilligung laden die Zwischennutzer der alten Feuerwehrkaserne im Berner Breitenrainquartier zu einem Besuch ein. Unter dem Motto «Tore auf» können sich Interessierte am kommenden Samstag, 7. November, von 10 bis 22 Uhr, selber ein Bild von den Aktivitäten machen. Bereits in Betrieb sind etwa die Quartierwerkstatt Viktoria oder der Tanz- und Bewegungsraum Plattform. Aber auch Nutzer, die einsprachebedingt noch nicht aktiv sind, werden am Samstag vor Ort sein, wie an der gestrigen Medienorientierung des Vereins Alte Feuerwehr Viktoria zu erfahren war. «Von aussen sieht man nur das Restaurant Löscher», sagte Susana Canonica vom Verein Plattform. Die alte Feuerwehrkaserne sei aber «mehr als eine Beiz». Die Mieter wollten am Samstag «das Feuer sichtbar machen», sagte Canonica.

Verein in der Sandwichposition

Finanziell halten sich allerdings noch einige Mieter zurück. «Wer investieren muss, hat Bedenken wegen der hängigen Einsprachen», sagte Manfred Leibundgut, Präsident des Vereins Alte Feuerwehr Viktoria. Der Verein befinde sich in einer Sandwichposition. Keine der acht Einsprachen sei bisher zurückgezogen worden, obwohl man in Bezug auf die Innenhofnutzung Konzessionen gemacht habe. «Dieses Problem kann man auch mit einer Demonstration nicht vom Tisch wischen», sagte Leibundgut unter Anspielung auf die Kinder-Malaktion im Hof und die Kundgebung vom letzten Wochenende. «Es gibt generell ein Problem mit Zwischennutzungen in der Stadt Bern.» Er habe die Hoffnung auf eine Einigung in den Einspracheverhandlungen aber nicht aufgegeben. «Es hängt wohl von unseren netten Gesten ab», sagte Leibundgut.

SVP-Politiker hilft im Asylzentrum

Von einer netten Geste konnte Martin Trachsel, Leiter des Asylzentrums, erzählen. Er wies auf die 250 Freiwilligen und erste Möglichkeiten zur Beschäftigung von Asylsuchenden hin. Und er erwähnte einen einstigen Stadtratskollegen, der bei den Malerarbeiten im Asylzentrum mitgeholfen habe. «Ein Kollege hatte ein Problem, und ich habe ihm geholfen», sagt der Maler und SVP-Fraktionschef Roland Jakob auf Anfrage. «Das hat nichts mit Politik zu tun.»

www.altefeuerwehrviktoria.ch

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