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Als Brunnenfigur in der Gegenwart

Beim Postgassbrunnen gibt es «keine Brunnenfigur» – oder immer eine andere. Denn das Werk von Carlo E. Lischetti fordert die Menschen auch heute noch auf, Stellung zu beziehen.

Jede Brunnenfigur gibt dem Lischetti-Brunnen in der Postgasse eine neue Form.
Jede Brunnenfigur gibt dem Lischetti-Brunnen in der Postgasse eine neue Form.
Adrian Moser

Sehr einsam, obwohl im Mittelpunkt, kann die Gegenwart sein. So etwa als Brunnenfigur, auf Augenhöhe mit der blinden «Justitia» oder dem «Chindli-frässer». Es fühlt sich widersprüchlich an, eine Brunnenfigur zu sein – gefangen auf einem Steinsockel in luftiger Höhe und trotzdem frei. Auch wer nicht schwindelfrei ist, kann frei schwindeln. Die Redefreiheit beginnt auf dem Sockel. Alle oder keiner kann hier oben sprechen. In der Gasse warten leere Zuschauerreihen. Doch was verkünden? Wie die Trägheit des Denkens überwinden und treffende Worte in die morgendliche, menschenleere Postgasse spucken? Denn laut Carlo E. Lischetti sind «die Gedanken nicht frei, sie sind dem Zwang, Form anzunehmen, unterworfen».

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