Agentur macht Auflösungserscheinungen sichtbar

Die Nachrichtenagentur SDA löst sich auf – vorerst nur symbolisch, im Rahmen einer Protestaktion der Belegschaft.

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Einen Teilerfolg konnte die SDA-Belegschaft bereits verkünden: Der Verwaltungsrat der Nachrichtenagentur hat ihr schriftlich zugesichert, die weiteren geplanten Abbaumassnahmen bis zum Ende des Schlichtungsverfahrens zu sistieren, wie Stephanie Vonarburg von der Gewerkschaft Syndicom auf Anfrage sagt.

Nachdem die Verhandlungen zwischen SDA-Verwaltungsrat und Belegschaft gescheitert waren, riefen die Sozialpartner die Eidgenössische Schlichtungsstelle beim Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) an. Für zahlreiche SDA-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter kommt diese Sistierung allerdings zu spät: Mehr als die Hälfte des geplanten Abbaus von 35,6 der 150 Vollzeitstellen ist bereits vollzogen. Die Forderung nach einer Sistierung der Kündigungsfristen fand bis dato kein Gehör beim Verwaltungsrat.

Auf der SDA-Redaktion gibt es daher Auflösungserscheinungen. Mit einer Aktion auf dem Waisenhausplatz hat die Belegschaft diesen Abbau sichtbar gemacht. Laut einem Schreiben der Belegschaft können etwa Arbeitspläne im 24-Stunden-Betrieb derzeit nur mit Verspätung und grossen Unsicherheiten erstellt werden.

Niemand scheine zu wissen, wann welche Mitarbeitenden mit wie vielen Stellenprozenten angestellt seien beziehungsweise ab wann die Kündigungen wirksam würden, heisst es darin. Hinzu komme «eine grosse Anzahl ‹freiwilliger› Kündigungen». Es herrsche sogar Unklarheit darüber, «wie der SDA-Betrieb in den kommenden Wochen und Monaten aufrechterhalten werden kann».

Hintergrund der Abbaumassnahmen ist ein zu erwartendes Defizit im Jahr 2018. Zudem wird die SDA mit der Bildagentur Keystone fusionieren. Grösster Einzelaktionär der zusammengelegten Firma wird die Österreichische Presseagentur (APA), welche aus diesem Engagement Dividenden erwartet. (Der Bund)

Erstellt: 12.03.2018, 19:45 Uhr

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