Weniger Trams in den Westen: Rytz erklärt sich

Der Gemeinderat habe die Ausdünnung des Tramfahrplans in den Westen vorgeschlagen, um Schlimmeres zu verhindern, sagt Gemeinderätin Regula Rytz (GB).

Der Takt der Tramlinie 8 wird auf den 7,5-Minuten-Takt ausgedünnt.

Der Takt der Tramlinie 8 wird auf den 7,5-Minuten-Takt ausgedünnt.

(Bild: Valérie Chételat)

Bernhard Ott@Ott_Bernhard

Jacqueline Gafner Wasem (FDP) war irritiert. Sie finde es «inakzeptabel und unverständlich», dass der Berner Gemeinderat dem Kanton von sich aus die Ausdünnung des Fahrplans für die Tramlinien 7 und 8 vorgeschlagen habe, sagte sie diese Woche im Stadtrat. Der Grosse Rat hat bei der Beratung des Budgets fürs nächste Jahr beschlossen, dass die Frequenz der Tramlinien ausserhalb der Hauptverkehrszeiten vom 6-Minuten-Takt auf den 7,5-Minuten-Takt ausgedünnt werden soll. Der dadurch erzielte Spareffekt beläuft sich auf 410'000 Franken.

«Taktische Gründe»

«Es war klar, dass auch die Stadt beim öffentlichen Verkehr einen Sparbeitrag würde leisten müssen», sagt Rytz am Tag nach der Stadtratsdebatte. Der Gemeinderat habe aus taktischen und finanziellen Gründen einen Sparvorschlag gemacht, um grösseren Schaden abzuwenden und finanziellen Spielraum zu gewinnen. «Ansonsten hätte die Stadt noch grössere Abstriche machen müssen.» Der Gemeinderat habe verschiedene Varianten geprüft und sei dabei zum Schluss gekommen, dass es bei den Linien 7 und 8 in Nebenverkehrszeiten noch Spielraum gebe. «Weil die Taktausdünnung ausserhalb der Hauptverkehrszeiten erfolgt, ist sie vertretbar.»

In der Stadt Zürich sei der 7,5-Minuten-Takt die Norm. Im Übrigen werde es trotz der Ausdünnung zwischen Bahnhof und Unterführung einen 4-Minuten-Takt geben, da die Linien auf dieser Strecke parallel geführt werden. Bern-West sei zudem auch mit der S-Bahn, einem lokalen Busnetz und verschiedenen Postauto-Linien gut erschlossen, sagt Rytz.

Gegen Stadtinteressen gestimmt

Pikant an Gafner Wasems Schelte für den Gemeinderat ist der Umstand, dass die bürgerlichen Grossratsmitglieder aus der Stadt Bern in der Budgetdebatte durchs Band für die Ausdünnung des Tramfahrplans gestimmt haben. So auch Gafner Wasems Parteikollege Adrian Haas oder die BDP-Stadtpräsidiumskandidatin für einen Tag, Vania Kohli. «Es ist bedauerlich, wenn nicht einmal die Grossratsvertreter aus der Stadt Bern sich für die Interessen der Stadt einsetzen», sagt Neo-Grossrätin Giovanna Battagliero (SP).

Der Bund

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt