Ursula Marti soll neue SP-Präsidentin werden

Die Berner Grossrätin Ursula Marti soll künftig die SP des Kantons Bern präsidieren.

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Die Geschäftsleitung der Partei schlägt die 48-jährige Kommunikationsberaterin dem Parteitag einstimmig als Nachfolgerin von Roland Näf zur Wahl vor.

Marti sitzt seit 2013 im Berner Kantonsparlament, dem Grossen Rat. Dort ist sie Mitglied der grossrätlichen Finanzkommission. Zuvor politisierte Marti acht Jahre im Berner Stadtrat. 2012 präsidierte sie das Berner Stadtparlament .

SP-Parteikollege Thomas Göttin umschrieb seinerzeit die «höchste Stadtbernerin» als «gradlinig und sachlich». Sie sei eine Grenzgängerin, allerdings nicht eine der scharfen Trennlinien und der Abgrenzungen. Vielmehr bewege sich Marti in der breiten, offenen Übergangszone, wo sich vieles vermische. Also dort, wo vieles in Bewegung sei und neue Lösungen entstünden.

Für einen starken Service Public

Politisch setzte Marti in den vergangenen Jahren Schwerpunkte in der Bildungs-, der Gleichstellungs- und Agglomerationspolitik, wie ihre Partei am Mittwoch mitteilte.

Wichtig ist ihr laut Mitteilung ein starker Service Public im ganzen Kanton Bern, denn er sei die Basis für den sozialen Ausgleich und für eine hohe Lebensqualität der ganzen Bevölkerung. Einen besonderen Akzent möchte die Sozialdemokratin in der familienergänzenden Kinderbetreuung setzen.

Ein weiterer Arbeitsschwerpunkt werden mit Sicherheit die Nationalratswahlen 2015 sein. Die Partei soll insbesondere in den Agglomerationen und auf dem Land gestärkt werden.

Die SP-Geschäftsleitung schlägt Marti einstimmig zur Wahl vor. Diese ist für den Parteitag vom 5. November traktandiert. Dort wird Marti aller Voraussicht als neue Kantonalpräsidentin gewählt.

Auf diesen Zeitpunkt tritt der amtierende Parteipräsident, Grossrat Roland Näf, zurück. Turnusgemäss besetzt die SP die Parteispitze nun wieder mit einer Frau.

«Grosse Fussstapfen»

Sie werde in grosse Fussstapfen treten und zolle Näfs Arbeit grössten Respekt, sagte Marti am Mittwoch auf Anfrage. Näf hinterlasse eine gute aufgestellte Partei. Näf stand sechs Jahre an der Spitze der Berner Sozialdemokraten. Er gilt als wortgewaltiger, pointierter und nicht selten auch polarisierender Politiker.

Politisch liegt Marti nach eigenen Angaben auf der selben Linie wie ihr Vorgänger. Sie habe aber ein etwas anderes Temperament, sei wohl eher etwas zurückhaltender, beschrieb sich Marti auf Anfrage.

Sie sei ein Mensch, der gerne führe, dem aber auch die Zusammenarbeit wichtig sei. Für den Erfolg brauche es letztlich Lösungen und Mehrheiten.

Marti übernimmt die Parteileitung - unter Vorbehalt ihrer Wahl - zusammen mit dem bisherigen Vizepräsidium, bestehend aus den Grossräten Roberto Bernasconi und Ursula Zybach.

Ursula Marti ist gebürtige Aarbergerin wohnt seit über 20 Jahren mit ihrem Mann in Bern. Sie hat zwei erwachsene Kinder.

hjo/sda

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