«Unternehmer können auch künftig Gemeinderat werden»

Stadtpräsident Raphael Lanz (SVP) stellt sich ohne Wenn und Aber hinter den Entscheid des Gemeinderats.

Stadtpräsident Raphael Lanz. (Adrian Moser)

Stadtpräsident Raphael Lanz. (Adrian Moser)

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Herr Lanz, warum will der neue Gemeinderat die bewährte Pensenaufteilung ändern?

Ein Beschluss ist noch keiner gefasst. Es hat sich aber abgezeichnet, dass das Gremium will, dass die Pensen gleichmässig verteilt werden sollten. Das hat zum Entscheid von Carlo Kilchherr geführt.

Aber wo liegen die Gründe?

Wir haben unter anderem gesehen, dass mit den kleinen Pensen gleichwohl ein recht grosser Aufwand verbunden ist. Die Idee ist zudem, dass die einzelnen Exekutivmitglieder auch politisch ein ähnliches Gewicht erhalten. Dies war bisher nicht der Fall. Dies zeigen die Erfahrungen des bisherigen Gemeinderates.

Sie wurden als SVP-Vertreter in die Stadtregierung gewählt. Die SVP verficht überall das Milizsystem. Es wird mit der Pensenaufstockung im Thuner Gemeinderat geschwächt.

Ich bin als Mitglied einer Kollegialbehörde gewählt und vertrete hier deren Meinung. Die Kollegialbehörde ist der Auffassung, dass die Pensen gleichmässig verteilt werden sollten. Der Verzicht von Herrn Kilchherr ist die Folge einer Lagebeurteilung, die er nach offenen und konstruktiven Gesprächen im Gremium getroffen hat.

Für einen Unternehmer wird es aber schwieriger, sich für eine Gemeinderatskandidatur zu entscheiden.

Es kommt darauf an, wie sich jemand organisiert. Wenn sich ein KMU-Vertreter auf die strategische Firmenleitung beschränkt, ist es denkbar, dass er mit dem neuen Modell Gemeinderat sein kann.

Es wurde oft kritisiert, dass Ursula Hallers Direktion zu gross sei. Wird diese aufgeteilt?

Ich will der Direktionszuteilung nicht vorgreifen. Ich bin aber zuversichtlich, dass wir am 1. Januar mit einem funktionierenden Team und einer guten Direktionsverteilung starten werden. (Der Bund)

Erstellt: 09.12.2010, 07:20 Uhr

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