Tschäppäts Wahlkampf startet in Spiez

Lapsus der Plakatfirma: Statt im Berner Bahnhof hängen die Wahlplakate von Alexander Tschäppät an den Stationen von Lützelflüh bis Spiez.

Sein Wahlkampf startet in Spiez: Alexander Tschäppät.

Sein Wahlkampf startet in Spiez: Alexander Tschäppät.

(Bild: Franziska Scheidegger)

Da mag sich manch ein städtischer Rotsockentragender die Augen gerieben haben, als er an diesem herbstgoldenen Wochenende den Bahnhof Spiez passierte. Am Perron hängen tatsächlich Wahlplakate des Stadtberner Stadtpräsidenten Alexander Tschäppät (SP). «Tsch» steht auf dem ersten der drei Plakate, «Tsch» auf dem zweiten - und «Tschäppät» auf dem dritten. Originell, wie man es gewohnt ist von den Kampagnen des 60-Jährigen, der nochmals vier Jahre Dampf machen will.

Aber: Warum zum Kuckuck hängen diese Plakate nicht in Bern? Warum startet Tschäppät seinen Wahlkampf 40 Kilometer vom Erlacherhof entfernt?

Ein Anruf bei Tsch-tsch-Tschäppät bringt Klärung: Impacta, einer Tochterfirma der APG, ist ein Malheur unterlaufen. Statt in der Berner Rail-City hing die Plakatfirma die Tschäppät-Plakate in Bahnhöfen des gesamten Kantons auf. «Ich bekam einen Anruf, dass mein Plakat in Lützelflüh hänge», erklärt der Magistrat. So sei er auf den Fehler aufmerksam geworden. Bezahlen muss er freilich nichts für den Aushang - auch nicht für die Plakate, die er nachdrucken muss. Was dagegen gewollt sei: Die Tsch-Tsch-Affiche soll demnächst auch am Zürcher Hauptbahnhof hängen, um dort Berner Pendler abzuholen.

Etwas gegen den Stadt-Land-Graben?

Obwohl seine Chancen, die Wiederwahl zu schaffen, als sehr hoch eingeschätzt werden, geht Tschäppät also nicht von einer Wahl im Schlafwagen aus. «Ich nehme den Wahlkampf ernst», meint er - und gibt auch preis, wie viel Geld er dafür einsetzen werde: «Einiges unter 20'000 Franken.» Einer seiner bürgerlichen Stapi-Herausforderer von der FDP wird dagegen die 50'000-Franken-Marke knacken, wie Alexandre Schmidt gegenüber der «Berner Zeitung» verriet.

Manchmal sind Missgeschicke auch Glücksfälle: Die weit gestreute Imagekampagne hilft vielleicht, etwas gegen den Stadt-Land-Graben zu tun. Dass Bern die Lokomotive des Kantons ist, versucht der Stapi den Spiezern und Lützelflühern schliesslich immer und immer wieder klarzumachen.

Der Bund

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