Tramprojekt ist ad acta gelegt, Köniz plant wacker weiter

Der Kanton und die Gemeinden Ostermundigen, Köniz und Bern lösen ihre Tram-Projektorganisation auf.

Nach dem Nein zu Tram Region Bern wird die Projektorganisation aufgelöst.

Nach dem Nein zu Tram Region Bern wird die Projektorganisation aufgelöst.

(Bild: Adrian Moser)

Marc Lettau

Die Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion des Kantons Bern vermeldete am Dienstag den Vollzug des Erwarteten: Die gemeinsam mit den betroffenen Gemeinden geführte Projektorganisation fürs Tram Region Bern (TRB) wird aufgelöst. Damit bestätigt die Direktion von Regierungs­rätin Barbara Egger (SP), was sie stets ­betonte: Es lässt sich nirgends eine ausgereifte Parallelplanung aus der Schublade zupfen. Egger unterstrich gestern, dass doppelspurige Planungen «unverantwortbar teuer» wären. Ausserdem seien dem Projekt TRB aufwendige Zweckmässigkeitsprüfungen vorangegangen, bei denen sich der sinnvollste – jetzt aber verworfene – Lösungsweg herauskristallisiert habe. Für den rund acht Jahre dauernden Planungsprozess seien zwischen 25 und 30 Millionen Franken aufgewendet worden, sagte Egger.

Trotz Übungsabbruch weitergeplant wird in Köniz, allerdings nur die vom Souverän gutgeheissene Verlängerung der Tramlinie 9 bis nach Kleinwabern. Laut Gemeinderätin und Planungsvorsteherin Katrin Sedlmayer (SP) übernimmt die Gemeinde Köniz nun die Feder­führung für dieses Teilprojekt. Nur: Im Gegensatz zum Projekt TRB haben Bund und Kanton für die Verlängerung der Linie 9 noch keine Beiträge gesprochen. Köniz muss nun also primär als Bittstellerin antreten. Etwas zugespitzt formuliert, ist dabei die Ausgangslage so: Die Könizer Stimmberechtigten haben die von Bund und Kanton zugesicherten Gelder ausgeschlagen, erbitten sich aber jetzt von den gleichen Instanzen eine beträchtliche Summe, die diese noch gar nicht gesprochen haben. Ob insbesondere die Bundesbehörde dies als Ausdruck von Verwegenheit deuten wird, vermag Katrin Sedlmayer nicht zu beurteilen: «Sicher ist es aber so, dass der Topf der Bundesgelder heiss umkämpft ist.» Es sei nicht auszuschliessen, dass das Könizer Verhalten auf Aussenstehende merkwürdig wirke.

Laut Barbara Egger wird sich Köniz in Sachen Tramverlängerung zunächst etwas gedulden müssen. Erst 2017 werde das Kantonsparlament über den ÖV-Investitionsrahmenkredit für die Jahre 2018–2022 befinden: «Der Bau der Tramverlängerung kann also frühestens 2018 in Angriff genommen werden.»

Als weiterhin vordringlich erachtet Sedlmayer Verbesserungen auf der stark frequentierten Linie 10. Köniz werde der Regionalkonferenz beliebt machen, neue Lösungsvorschläge zu erarbeiten. Sedlmayer: «Wir können Verbesserungen für die Linie 10 nicht im Alleingang planen.» Obwohl es «so rasch als möglich» Verbesserungen brauche, rechne sie mit einem Prozedere, das «einige Jahre» dauern werde. Und falls sich ein neues Projekt herauskristallisiere, gelte es neue Finanzierungsmöglichkeiten zu orten: «Die fürs Tram Region Bern zugesicherten Gelder sind weg.»

Der Bund

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