«Tanz dich frei»: Die meisten Randalierer sind Berner

Fünf Monate nach den Ausschreitungen am «Tanz dich frei» hat die Polizei 89 mutmassliche Randalierer ermittelt.

89 mutmassliche Randalierer konnte die Polizei ermitteln.

89 mutmassliche Randalierer konnte die Polizei ermitteln. Bild: Adrian Moser

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Anfang Oktober hiess es, die Staatsanwaltschaft rechne mit rund 100 Anzeigen, welche von der Polizei weitergeleitet würden. Nun ist klar, dass es nicht ganz so viele sind. Insgesamt hat die Kantonspolizei Bern 89 mutmassliche Randalierer ausfindig gemacht, wie sie in einer Mitteilung schreibt. Dies ist die vorläufige Schlussbilanz, nachdem die Polizei den Hauptteil der Ermittlungen abgeschlossen hat. Es ist aber durchaus möglich, dass noch die eine oder andere Person dazukommen könnte, wie Polizeisprecherin Corinne Müller durchblicken lässt.

Mit dem Ergebnis zeigt sie sich zufrieden. «Das ist ein gutes Zeichen. Auch wenn wir gerne mehr Personen identifiziert hätten.» Die Polizei geht davon aus, dass sich rund 300 Leute an den Randalen rund um den «Tanz dich frei»-Umzug vom 25. Mai in der Stadt Bern beteiligt hatten.

Nause hofft auf Zeichen der Justiz

Das Resultat sei «nicht schlecht», sagt Berns Sicherheitsdirektor Reto Nause (CVP) auf Anfrage. Die Polizei habe getan, was sie konnte. Nause hofft nun, dass die Justiz «ein Zeichen setzt» wird und entsprechende Strafen ausgesprochen würden. Die Ereignisse seien für die Stadt Bern verheerend gewesen.

Unmittelbar nach den Ereignissen wurde der Verdacht laut, unter den Randalierern hätten sich besonders viel Zürcher befunden. Dies lässt sich nun nicht erhärten. Die grosse Mehrheit der angezeigten Personen, 73 an der Zahl, sind im Kanton Bern wohnhaft – 18 davon in der Stadt Bern, 25 weitere in der Agglomeration. 16 Beschuldigte stammen aus anderen Kantonen. Sie sind in den Kantonen Zürich (4), Wallis (3), Schwyz (2), Solothurn (2), Aargau (1), Freiburg (1), Genf (1), Thurgau (1) und Waadt (1) zuhause.Den mutmasslichen Randalierern werden unterschiedliche Straftaten zur Last gelegt.

Die meisten müssen sich vor der Justiz wegen Landfriedensbruch sowie Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte verantworten. Einigen werden zudem Körperverletzung, Sachbeschädigung oder auch Diebstahl vorgeworfen. 17 Personen waren noch minderjährig. Sie werden daher nicht der Regionalen Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland zugewiesen, sondern der kantonalen Jugendanwaltschaft.

Nach «Tanz dich frei» gingen bei der Polizei insgesamt 111 Anzeigen von 88 Geschädigten ein. Auch 19 Polizisten, die beim Einsatz verletzt wurden, erstatten Anzeige. 15 von ihnen wurden durch geworfene Steine getroffen, drei durch Knallpetarden und einer wurde gebissen. Gemäss Angaben von Corinne Müller haben unterdessen alle Polizisten ihren Dienst wieder aufnehmen können.

Eine Million Franken Sachschaden

Im Weiteren hat die Kantonspolizei neue Angaben zum Sachschaden gemacht, der bei «Tanz dich frei» entstanden ist. Insgesamt wurden Sachbeschädigungen von 992 000 Franken zur Anzeige gebracht. Dazu kommt eine Deliktsumme von 72 000 Franken, die auf Diebstähle zurückzuführen ist. Damit müssen die Gesamtkosten, welche der Anlass verursacht hat, nochmals gegen oben korrigiert werden. Die neue Summe liegt bei rund 2,35 Millionen Franken. Schon seit längerem ist bekannt, dass die Sicherung der Baustelle in der Innenstadt 290 000 Franken gekostet hat. Im Bereich Abfallentsorgung, Signalisation, Feuerwehr und Sanitätspolizei entstanden Kosten von 149 000 Franken. Der Polizeieinsatz belief sich auf 850 000 Franken. (DerBund.ch/Newsnet)

Erstellt: 02.11.2013, 08:40 Uhr

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