Stadttheater-Sanierung: SP steht hinter Tschäppät

Stadtpräsident Tschäppät und ein Vertreter des Planerbüros Emch + Berger haben die SP-Fraktion im Stadtrat in Sachen Stadttheater-Sanierung wieder auf Kurs gebracht.

Ein Ja zum Stadttheater-Kredit im Stadtrat ist nach Tschäppäts Grosseinsatz wahrscheinlich.

Ein Ja zum Stadttheater-Kredit im Stadtrat ist nach Tschäppäts Grosseinsatz wahrscheinlich.

(Bild: Valérie Chételat (Archiv))

Bernhard Ott@Ott_Bernhard

Die Verantwortlichen des Projektes Sanierung Stadttheater Bern gaben am Dienstag alles, um das Projekt zu retten. So zog etwa der stellvertretende Gesamtprojektleiter Francis Racine vom Planerbüro Emch + Berger von Fraktion zu Fraktion, um die skeptische Grundstimmung zu wenden. Und Stadtpräsident Alexander Tschäppät (SP) liess sogar einen ursprünglich vorgesehenen Termin sausen, um «seine» SP-Fraktion wieder auf Kurs zu bringen.

Der Bedarf nach Klärung war in einzelnen Fraktionen gross, wurden zuletzt doch auch noch Ungereimtheiten bei der Ausschreibung von Aufträgen publik. Einzig die Fraktionen GB/JA und GFL/EVP sind dem Projekt seit jeher treu. Skeptische Stimmen gibt es vor allem bei den bürgerlichen Fraktionen und in der SP. Die Fraktionen BDP/CVP sowie die Grünliberalen wollen je einen Rückweisungsantrag stellen, die zumindest von der FDP unterstützt werden dürften.

«Die Sanierung ist unbestritten. Aber es gibt einfach zu viele offene Fragen», sagt GLP-Fraktionschef Michael Köpfli. Wenn die Überarbeitung des Projektes rasch an die Hand genommen werde, sei eine neuerliche Vorlage an den Stadtrat noch vor der Abstimmung im Grossen Rat über den Kantonsbeitrag Ende November möglich. Die Volksabstimmung in der Stadt könnte dann im Frühling 2014 stattfinden, sagt Köpfli.

SP stellt sich hinter Tschäppät

Das Zünglein an der Waage spielt für einmal die SP als grösste Fraktion. Stadträtin Gisela Vollmer stellte den Weiterbetrieb des Stadttheaters infrage, falls die Regionsgemeinden bei der Finanzierung nicht mehr mitspielten. Und SBK-Sprecherin Lea Kusano warf den Projektverantwortlichen vor, die Kommission mit dem Zurückbehalten des Berichtes umgangen zu haben. Tschäppäts Auftritt in der Fraktion hatte gestern aber offenbar Erfolg: Die SP habe mit «sehr wenig Gegenstimmen» ein Ja zum Kredit beschlossen, sagt SP-Fraktionschefin Annette Lehmann. «Wir haben uns überzeugen lassen: Die offenen Fragen sind zu wenig gravierend, um ein Grossprojekt zu gefährden.»

Der Bund

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