Sportklubs werben für neues Hallenbad im Viererfeld

Das Mittelfeld beim Studerstein sei der am besten erschlossene Standort.

Die Stadtbernische Vereinigung für Sport würde es begrüssen, wenn im Mittelfeld ein neues Hallenbad entstehen würde.

Die Stadtbernische Vereinigung für Sport würde es begrüssen, wenn im Mittelfeld ein neues Hallenbad entstehen würde.

(Bild: Valérie Chételat)

Ruedi Kunz
Bernhard Ott@Ott_Bernhard

Drei Hallenbäder mit nur je einem 25 Meter-Becken in der Hauptstadt der Schweiz: Das sei beschämend wenig, findet die FDP der Stadt Bern und hat deshalb kürzlich eine Volksinitiative lanciert, die den Bau eines neuen Hallenbades verlangt.

Mit dem Vorstoss rennen die Freisinnigen vielerorts offene Türen ein. Nachdem schon diverse Schwimmorganisationen angekündigt haben, beim Unterschriftensammeln zu helfen, hat nun auch die Stadtbernische Vereinigung für Sport (SVS) ihre Unterstützung bekannt gegeben.

Nähe zu Bildungsinstitutionen

Die Vereinigung, der rund hundert Vereine angehören, trat gestern in Begleitung wichtiger Bildungsinstitute mit Sitz im Länggassquartier vor die Medien. Ihrem Präsidenten Reto Zimmermann ist es wichtig, dass der Gemeinderat nun so rasch wie möglich «ein klares Commitment zu einem der vier möglichen Standorte abgibt». Zur Disposition stehen Terrains auf dem Gaswerkareal, im Viererfeld (Mittelfeld), im Neufeld und im Wyler.

Für die SVS und die Schulen der Länggasse sind klar, welches der beste Standort ist: das Mittelfeld des Viererfeldes, das zwischen Burgerheim und Studerstein direkt an die Neubrückstrasse grenzt. Das Terrain liege in der Nähe des Instituts für Sportwissenschaft (ISPW), der Pädagogischen Hochschule, des Gymnasiums Neufeld und der Schulen Länggasse, die allesamt sehr viele Schwimmstunden benötigten, sagte Zimmermann. Laut Sportanlagenplaner Michael Geissbühler ist die Tagesauslastung ein entscheidender Faktor bei der Standortwahl: «Die Frequenz beim Besuch einer Sportanlage nimmt rapide ab, sobald die Nutzer mehr als fünfzehn Minuten Wegzeit auf sich nehmen müssen. Und auch bei Schulen sollte ein Hallenbad nicht weiter als eine Viertelstunde entfernt sein, da es so innerhalb einer Pause erreichbar ist.»

Andere Standorte mit Nachteilen

Für das Mittelfeld spricht laut dem SVS auch die gute Erschliessung mit dem öffentlichen Verkehr und dem Privatverkehr sowie die Verfügbarkeit des Terrains. Die anderen drei Standorte kommen bei der Gesamtbeurteilung weniger gut weg. Das Gaswerkareal kriegt Abzüge wegen der schlechten Erschliessung und dem ungünstigen Einzugsgebiet, das Neufeld wegen der unklaren Besitzverhältnisse und dem mangelnden Platz für eine neue Anlage.

Den Standort im Areal des Wylerbades schliesslich findet der SVS wegen der bereits bestehenden Badeanlagen nicht ideal. Zuversichtlich stimmen die SVS und die Vertreter der Bildungseinrichtungen, dass sich Gemeinderätin und «Sportministerin» Franziska Teuscher (GB) positiv zum Standort Mittelfeld geäussert hat. Die Gemeinderätin rühmte kürzlich die gute Erreichbarkeit von überall in der Stadt und die Erschliessung durch zwei Buslinien.

Gemeinderat krebst zurück

Dem war nicht immer so. Nur unter dem Druck des Stadtrats rückte der Gemeinderat nach und nach vom ursprünglich favorisierten Standort im Gaswerkareal ab und musste schliesslich auch Standorte in der hinteren Länggasse evaluieren. Noch im Sommer letzten Jahres sagte Gemeinderätin Franziska Teuscher (GB), dass ein vom Parlament überwiesener Vorstoss zugunsten des Standortes Mittelfeld die Planung für die Bebauung des Gaswerkareals nicht verzögern werde.

Bei einer Bebauung des Mittelfeldes solle die Wohnnutzung Priorität haben, sagte Teuscher. Im Spätsommer knickte der Gemeinderat schliesslich ein und gab bekannt, dass er Viererfeld und Mittelfeld je einzeln mit einer Option mit und einer ohne Schwimmhalle beplanen möchte. Damals verknurrte ihn der Stadtrat zusätzlich zur Überprüfung eines Standortes auf dem Sportanlagen-Areal im Neufeld.

Der Bund

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