Skurriles und Charmantes auf dem Reitschul-Vorplatz

«Pokus Hokus» von zwölf bis Mitternacht: Der Verein Kuriosum hat am Samstag auf dem Vorplatz der Reitschule einen Rummelplatz mit allerlei Kuriositäten und Attraktionen organisiert.

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Am frühen Samstagnachmittag bietet der Vorplatz der Reitschule einen ungewohnten Anblick: Unter der Eisenbahnbrücke etwa ist ein Schwebebalken aufgestellt worden, auf dem Mutige sich gegenseitig mit weich eingepackten Schlägern auf bereitliegende Matten schubsen können. Ein paar Meter weiter steht ein metallenes Ungetüm aus drei grossen, verrostet aussehenden Reifen: Wer es wagt, sich ins «Orbitron» schnallen zu lassen, kann den Jahrmarkt auf dem Vorplatz der Reitschule in schwindelerregender Geschwindigkeit kopfüber begutachten.

«Wir wollten einen verdrehten Rummelplatz, der grosse wie kleine Leute verzaubert», sagt Sebastian Liechti vom Verein Kuriosum, der den Anlass organisiert hat, gegenüber DerBund.ch/Newsnet. Kuriosum ist laut Liechti im Wesentlichen eine kleine Gruppe Menschen, «die einmal etwas anderes auf die Beine stellen wollten», sämtliche Arbeit sei freiwillig. Ob es noch weitere Anlässe gebe, sei vom Erfolg von «Pokus Hokus» abhängig. Die erste Idee für den Rummelplatz sei bereits im Januar enstanden, «für den Aufbau haben wir nun eine Woche lang geschwitzt», sagt Liechti.

Gegenstück zur Schützenmatte

Der Rummelplatz solle ein Gegenstück zum kommerziell orientierten Vergnügungspark auf der Schützenmatte sein. «Ein Jahrmarkt eben nicht auf elektronische Art, sondern so wie früher», erklärt Liechti. Tatsächlich merkt man den Attraktionen an, dass hier Liebhaber am Werk waren. So steht da etwa ein Karussell für die Kinder, aber die üblichen Pferde und Kutschen fehlen. Stattdessen drehen auf der Leihgabe vom Quartierzentrum Tscharnergut selbstgebastelt aussehende Autos und Motorräder ihre Runden. Ebenfalls für die Kleinen wurde ein Kinderzelt aufgestellt, der Eintritt für Erwachsene ist da aber verboten. Wie es sich für einen richtigen Rummelplatz gehört, gibt es auch eine Tombola, wo die Autorin auch gleich Gewinn macht: Einen Milchschäumer, ein Parkschild, und ein Paar braune Elastik-Leggins.

Spenden und Crowd-Funding

Finanziert hat sich «Pokus Hokus» laut Liechti im Wesentlichen über Crowd-Funding. Über das Online-Portal 100 Days kamen dabei über 5000 Franken zusammen, daneben seien private Spenden eingegangen. Liechti lobt zudem die Zusammenarbeit mit der Reitschule, insbesondere dem Frauenraum. Wie er erklärt, ist «Pokus Hokus» nicht gewinnorientiert, sämtliche Attraktionen – sei es Beile werfen oder Porzellan zerstören – sind für die Besucher gratis. Daneben sorgen eine ganze Reihe an Shows für Unterhaltung: Musiker, Schauspieler, Magier und selbst ein Fakir treten bis zum Ende des Jahrmarkts um Mitternacht noch auf. Wer will kann eine CD mit «Rummelmusik» kaufen, und so seinen Teil beitragen, ein Wurf mit zwei Würfeln bestimmt dabei den Preis.

Einen Strich durch die Rechnung macht Kuriosum einzig noch das Wetter, von der Hitze der vergangenen Woche ist nicht mehr viel zu spüren. Liechti lässt sich davon nicht stören: «Ich glaube wir haben die Stimmung, die wir wollten», sagt er zufrieden; er rechne damit, dass am Abend auch das Besucheraufkommen zunehmen werde. Für später freue er sich auf das Lichtermeer und die diversen Feuershows. Inzwischen hat es angefangen zu nieseln. Trotzdem: Der Milchschäumer wird wohl doch besser erst morgen ausprobiert. (DerBund.ch/Newsnet)

Erstellt: 28.07.2012, 16:32 Uhr

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