Schwimmhalle: Gemeinderat gibt Standort Gaswerkareal auf

Die Haltung der Planerteams fürs Gaswerkareal gab den Ausschlag: Für die neue Schwimmhalle kommt nur noch ein Standort in der Länggasse infrage.

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Quartier und Stadtrat opponieren seit Monaten. Aber erst gestern hat der Gemeinderat beschlossen, das Gaswerk­areal als möglichen Standort einer 50-Meter-Schwimmhalle aufzugeben und sich auf den Standort Länggasse zu konzentrieren. Den Ausschlag für diesen Kurswechsel gab die Haltung der drei Planerbüros für die Entwicklung des Gaswerkareals. Diese haben ebenfalls gestern mitgeteilt, dass die Planung einer Schwimmhalle im Marziliquartier zwar grundsätzlich möglich sei. Allerdings nur «auf Kosten der Wohnnutzung, der städtebaulichen Aufwertung des Freiraums unter der Monbijoubrücke sowie der beabsichtigten Verkehrsentlastung des Quartiers».

Kurswechsel mit Ankündigung

Der gemeinderätliche Kurswechsel war allerdings angekündigt. Zwar hatte ­Sozialdirektorin Franziska Teuscher (GB) vor Jahresfrist noch erklärt, das Gaswerkareal sei ein «guter Standort» und ein vom Stadtrat verabschiedeter Vorstoss für eine erneute Prüfung des Standortes Mittelfeld werde die Planung für das Gaswerkareal nicht verzögern. Bereits im Spätsommer liess sie aber verlauten, dass die Standortfrage wieder offen sei. «Ich vertrat die offizielle Haltung des Gemeinderates», sagt Teuscher rückblickend. Wegen der schlechten Erschliessung des Gaswerkareals habe sie aber «schon frühzeitig darauf gepocht», auch die Standorte Mittelfeld und Neufeld wieder in die Planung aufzunehmen. Entsprechend sei der Gemeinderat denn auch offen gewesen gegenüber den Vorstössen, die eine Evaluation der Standorte in der Länggasse verlangten.

Studie zum Standort Neufeld

Ob die 65 bis 73 Millionen Franken teure Schwimmhalle nun im Neufeld oder auf dem benachbarten Mittelfeld gebaut wird, entscheidet der Gemeinderat im Herbst. Für Teuscher ist ausschlaggebend, dass beide Standorte optimal mit dem ÖV erschlossen sind. Auf dem Mittelfeld ginge aber Fläche für den Wohnungsbau verloren, im Neufeld müssten für die verdrängten Sportnutzungen Ersatzstandorte gefunden werden. Dazu hat der Gemeinderat nun eine Studie in Auftrag gegeben. «Der Gemeinderat will gestützt auf klare und umfassende ­Fakten entscheiden», sagt Teuscher. (Der Bund)

Erstellt: 04.07.2014, 06:42 Uhr

Der Experten-Bericht

Auf dem Gaswerkareal wäre eine Schwimmhalle zwar denkbar, hätte aber weitreichende Konsequenzen für die weitere Nutzung des Areals. Zu diesem Schluss kamen Planerteams aus Bern, Basel und Rotterdam.




Sie untersuchten, wie das brachliegende Gaswerkareal im Berner Marzili-Quartier künftig genutzt werden konnte. In die Testplanung einbezogen wurden auch Quartiervertreter und heutige Nutzer, externe Fachleute und Behördenmitglieder. Erste Schlussfolgerungen liegen nun vor, wie der Lenkungsausschuss Gaswerkareal mitteilte.




Das vorgegebene Nutzungsmass von 50'000 Quadratmetern Bruttogeschossfläche führt demnach zu einer «teilweise verdichteten, städtebaulich attraktiven» Bebauung. Die Sandrainstrasse wird dabei zu einer verkehrsberuhigten Quartierstrasse.




Wertvolle historische Gebäude - etwa der heute privat genutzte von Gunten-Bau in der Nähe des Gaskessels und die ehemalige Direktorenvilla an der Sandrainstrasse - könnten mitsamt ihrer Umgebung aufgewertet und neuen Nutzungen zugeführt werden.




Eine Planung mit Schwimmhalle ist zwar «grundsätzlich möglich». Sie ginge aber auf Kosten der Wohnnutzung, der städtebaulichen Aufwertung des Freiraums unter der Monbijoubrücke sowie der beabsichtigten Verkehrsentlastung des Quartiers. Der Gemeinderat hat deshalb das Areal als möglichen Schwimmhallen-Standort aufgegeben.




Die Ergebnisse der Testplanung werden ab Ende August der Öffentlichkeit präsentiert. Über das weitere Vorgehen wird der Gemeinderat frühestens im Herbst entscheiden.

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