Quartier wehrt sich gegen Centralweg-Projekt

Der Verein Läbigi Lorraine und die AG Wohnen kritisieren das Wohnbauprojekt am Centralweg und fordern dessen Abbruch.

So sollen die neuen Überbauungen aussehen.

So sollen die neuen Überbauungen aussehen. Bild: zvg

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In der Lorraine macht sich Unmut über den Stadtratsentscheid vom 16. Mai breit. Dieser hat dem Wohnbauprojekt am Centralweg einen 8,8 Millionen Franken-Kredit zugesprochen. Ein Entscheid, der im betroffenen Quartier nicht gut ankommt. «Mit seinem Entscheid hat der Stadtrat dem Projekt die denkbar ungünstigste Wendung gegeben», heisst es in einer Mitteilung vom Verein Läbigi Lorraine (VVL) und AG Wohnen.

Das jetzige Projekt entspreche in keiner Form dem, was die beiden Vereinigungen in der Lorraine von einem städtischen Bauprojekt erwarten und in zahlreichen Vorgaben des Gemeinderates und Stadtrates postuliert wurde. Der springende Punkt: «Die vom Stadtrat verlangten Marktmieten werden horrend teuer sein», heisst es in der Mitteilung weiter. Das Projekt habe ursprünglich den Bau von günstigen oder zumindest zahlbaren Wohnungen vorgesehen.

«Verschenktes» Land

Doch nicht nur das wird vom VLL und der AG Wohnen kritisiert. Sie stören sich auch am Bauort. «Das Areal ist viel zu klein und zu komplex.» Es wäre besser gewesen, die Stadt hätte dieses Grundstück einem sozialen Bauträger im Baurecht abgegeben. Interessenten aus dem Quartier seien vorhanden gewesen, doch abgelehnt worden.

Zudem würde die Stadt den Boden «verschenken». Im Projektantrag ist der Bodenpreis mit 165'000 Franken veranschlagt. Das entspreche etwa 140 Franken pro Quadratmeter. Dieser tiefe Preis sei nach dem Entscheid des Stadtrates aber nicht mehr gerechtfertigt, da die Wohnungen nun zu Marktbedingungen angeboten werden müssen.

Der VLL und die AG Wohnen fordern nun, dass das Projekt gestoppt und einen Neuanfang gewagt wird. «Ziel der städtischen Wohnbaupolitik muss es sein, preiswerten Wohnraum zur Verfügung stellen.» (mer/pd)

Erstellt: 24.05.2013, 13:31 Uhr

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