Post Schönburg wird doch kein Luxushotel

Die Immobilienfirma Swiss Prime Site aus Olten kauft den bisherigen Hauptsitz der Post in Bern. Was daraus wird, ist offen – die Pläne für ein Luxushotel sind aber gestoppt.

Das Logo der Post verschwindet – was nachher kommt, ist offen.

Das Logo der Post verschwindet – was nachher kommt, ist offen.

(Bild: Adrian Moser)

Hans Galli

Bald beginnt bei der Schweizerischen Post der grosse Umzug: Sie verlegt im Frühjahr 2015 ihren Hauptsitz in den Neubau in der Wankdorf-City. Offen ist, was mit dem bisherigen Hauptsitz passiert, der Schönburg an der Berner Viktoriastrasse. Diese wurde 2009 von einem Immobilienfonds der Credit Suisse übernommen.

Damals kündigten die neuen Besitzer an, geplant sei eine Mehrfachnutzung. Im Vordergrund stünden temporäre Wohnungen für Geschäftsleute sowie ein Fünfsternhotel, was insbesondere den Berner Tourismusdirektor Markus Lergier freute. Doch daraus wird wohl nichts: Wie die Oltener Immobilienfirma Swiss Prime Site (SPS) in ihrem Zwischenbericht zum dritten Quartal bekannt gab, hat sie die Schönburg per 1. Oktober 2014 erworben.

Was mit dem Gebäude passieren wird, ist laut SPS-Geschäftsleitungsmitglied Peter Lehmann offen. «Wir prüfen vier Szenarien, welche von einer sanften Renovation über einen teilweisen Neubau bis hin zum Abbruch reichen», sagt er. Nicht mehr im Vordergrund steht laut Lehmann ein Luxushotel: «Wir führen die Planungsarbeiten des CS-Fonds nicht weiter.» Kontakte gebe es zu Kliniken, aber auch verschiedene andere Nutzungen würden geprüft.

Der Entscheid, welches Szenario verwirklicht werde, falle voraussichtlich im Sommer 2015, sagt Lehmann. Je nach Szenario könnte es danach kürzere oder längere Zwischennutzungen geben. Beim Totalabbruch müsste ein neuer Überbauungsplan aufgelegt werden, das Verfahren bis zur Erteilung der Baubewilligung würde mehrere Jahre dauern. Erstellt wurde der Post-Hauptsitz zwischen 1965 und 1970 von den Architekten Theo Hotz und Max Kollbrunner. Laut Bauinventar der Stadt Bern ist der Aussenraum von denkmalpflegerischem Interesse, das Gebäude selber ist nicht bewertet.

Neuer Postsitz gehört auch SPS

Auch der künftige Hauptsitz der Post im Wankdorf gehört der Swiss Prime Site: Mit seinen 122 Millionen Franken ist es in der Region Bern das wertvollste Gebäude in der SPS-Bilanz; bis zum Endausbau wird der Wert laut Lehmann auf etwa 145 Millionen steigen. Dahinter folgt mit 113 Millionen Franken die Postfinance-Arena, das Stadion des Eishockeyklubs SC Bern. Auch die ehemalige Bollwerk-Post mit einem Wert von 107 Millionen Franken gehört SPS. Weiter hat sie den Hauptsitz der Swisscom in Worblaufen erworben – Wert 83,7 Millionen Franken.

An der Weltpoststrasse hat sie die ehemalige Liegenschaft der Credit Suisse gekauft – Wert 79,4 Millionen Franken. Im Gebäude sind Dienstleistungsfirmen eingemietet, zusätzlich sind 150 neue Wohnungen geplant, wofür ein Fussballplatz und drei Tennisplätze weichen müssen. Vor einem Jahr stieg SPS mit dem Kauf der Tertianum-Gruppe in ein neues Gebiet ein: Tertianum besitzt 12 Altersresidenzen, wovon 3 im Kanton Bern – in Ostermundigen, Thun und Wabern.

Vom Immobilienportefeuille der SPS im Wert von 9,6 Milliarden Franken entfielen per 30. September dieses Jahres
8 Prozent oder 770 Millionen Franken auf den Kanton Bern. Die Schönburg ist noch nicht eingerechnet.

Der Bund

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt