Nun ist der Eigerplatz dran

Das Stadtberner Stimmvolk hat der Aufwertung des Breitenrain-Quartiers deutlich zugestimmt. Die nächste Platz-Sanierung ist bereits spruchreif.

Schon bald wird die Betonwüste Breitenrainplatz grüner: Das Pro-Komitee feier das deutliche Ja.

Schon bald wird die Betonwüste Breitenrainplatz grüner: Das Pro-Komitee feier das deutliche Ja.

(Bild: Franziska Scheidegger)

Adrian Müller@mueller_adrian

Auf der Betonwüste Breitenrainplatz wachsen schon bald viele Bäume: Die Stadtberner Stimmbürger haben der Vorlage «Dr nöi Breitsch» mit 63 Prozent zugestimmt und einen 56-Millionen-Kredit gesprochen. Damit gilt bald auf weiten Teilen der Achse Wankdorf-Viktoriaplatz Tempo 30 oder gar Tempo 20. Das ganze Gebiet wird mit verschiedenen Umbaumassnahmen aufgewertet. «Der Breitenrainplatz wird zum Begegnungsort und die Wohnqualität vom Kursaal bis Guisanplatz wird gestärkt», sagte die zuständige Gemeinderätin Ursula Wyss (SP). Das betroffene Nordquartier nahm die Vorlage mit 67 Prozent deutlich an.

Gegner prüfen Einsprachen

Der Wortführer der Gegner zeigte sich dementsprechend enttäuscht über das klare Resultat: «Das Volk hat so die Chance verpasst, in einer neuen Vorlage das Nötige vom Wünschbaren zu trennen, wie den Brunnen», sagt Thomas Ingold, Präsident des Leist Bern-Nord. Wichtig sei aber, dass überhaupt eine Diskussion über die Zukunft des Breitenrain-Quartiers geführt worden sei.

Nun geht es an die Ausarbeitung des Bauprojekts. Ingold will weiter gegen die «Verkehrsverhinderungspolitik» von Rot-Grün ankämpfen. «Wir werden sicher Einsprachen prüfen, etwa gegen die Sperrung der Breitenrainstrasse», sagt Ingold. Wyss sieht dem Widerstand gelassen entgegen. Abstriche will sie keine machen: «Die Bevölkerung hat das Recht, dass das Projekt ‹Dr nöi Breitsch› gemäss Abstimmungsvorlage umgesetzt wird.» So sei die Sperrung der Breitenrainstrasse übrigens ein vom Stadtrat ­erteilter Auftrag.

Jetzt ist Eigerplatz an der Reihe

Für sie hat das deutliche Resultat Signalwirkung für Bauprojekte in anderen Berner Quartieren: Bereits am nächsten Dienstag wird Wyss das Projekt für den Umbau des Eigerplatzes inklusive Verkehrsberuhigungsmassnahmen vorstellen. Wie beim Breitenrainplatz sollen gleichzeitig Werkleitungen und Tram­geleise ersetzt werden. Die Stadt will die Vorlage im November vors Volk bringen

Mit dem Eigerplatz ist es für Wyss aber nicht getan: «Das deutliche Ja gibt verschiedenen Platzgestaltungsprojekten starken Auftrieb.» Wyss denkt dabei etwa an den Bären- und Waisenhausplatz, dessen vom Volk beschlossene ­Sanierung seit Jahren nicht vom Fleck kommt. Nach den Sommerferien beugt sich der Stadtrat über einen Projektierungskredit. So viel grün wie im Breitenrain kommt sicherlich nicht in die Innen­stadt. «So abgebraucht die beiden Plätze sind, sie funktionieren. Wir werden dort sicher keinen Wald pflanzen.»

«Charakter der Quartiere stärken»

Stadtpräsident Alexander Tschäppät (SP) sieht auch beim Helvetiaplatz Handlungsbedarf. «Der entspricht nicht mehr den heutigen Bedürfnissen.» Wyss sagt, dass im Stadtteil IV Kirchenfeld/Schosshalde nach wie vor ein eigentlicher Quartierplatz fehle. Mit der anstehenden Sanierung des Burgernziels könnte dieser dort realisiert werden. «Bei dem vielen Verkehr wäre dies aber sicher eine grosse Herausforderung.»Für den VCS Region Bern soll der Breitenrainplatz Vorbild für die Umgestaltung des Strassenraums und der Plätze werden. «Das Resultat ist wegweisend. Für die Stadtentwicklung ist es zentral, mit aufgewerteten Strassen und Plätzen den Charakter der Quartiere zu stärken», sagt Franziska Grossenbacher, Stadt­rätin Grüne und VCS-Vorstandsmitglied.

Der Bund

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