Notunterkunft Hochfeld: Schulpflichtige Kinder sind eingeschult

Seit gestern können laut Gemeinderat alle Kinder, die im Asylzentrum Hochfeld leben, die Schule besuchen.

«Grundsätzlich ist eine Zivilschutzanlage keine geeignete Unterkunft – insbesondere nicht für Kinder.»

«Grundsätzlich ist eine Zivilschutzanlage keine geeignete Unterkunft – insbesondere nicht für Kinder.» Bild: Adrian Moser

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Gestern war Schulanfang. So auch für einige der Kinder, die in der unterirdischen Notunterkunft Hochfeld in der Stadt Bern leben und bislang noch keine Schule besuchen konnten. Dies geht aus der Antwort des Gemeinderats auf eine dringliche Interpellation von Cristina Anliker-Mansour (GB) und Rahel Ruch (JA) hervor. Die Stadträtinnen verlangten vom Gemeinderat die Klärung von Fragen bezüglich der Situation von Kindern im Durchgangszentrum Hochfeld.

Insbesondere besorgt zeigten sie sich über die Betreuung der Kinder sowie deren Einschulung. So wollten sie vom Gemeinderat wissen, ob inzwischen alle Kinder im schulpflichtigen Alter eingeschult sind.

Gemeinderat sieht betreffend Schulbesuch keinen Handlungsbedarf

Mit Verweis auf die Zusammenarbeit mit dem Amt für Migration und Personenstand bei der Beantwortung der Interpellation, bestätigt der Gemeinderat die Einschulung der Kinder und schreibt: «Nach Ansicht des Gemeinderats besteht betreffend Schulbesuch der Kinder aktuell kein Handlungsbedarf.» Wieso einige der Kinder erst Wochen nach ihrer Ankunft eingeschult wurden, begründet der Gemeinderat wie folgt: «Mit dem Konzept des Amtes für Migration und Personenstand, Kinder erst rund ein bis zwei Wochen nach ihrer Ankunft anzumelden, soll es diesen ermöglicht werden, zuerst einmal physisch und psychisch in ihrer neuen Umgebung anzukommen.»

Würden Kinder später oder gar nicht eingeschult, habe das mit familiären, gesundheitlichen oder persönlichen Gründen zu tun. Der Gemeinderat hat in seiner Antwort auf die Interpellation der Fraktion GB/JA zudem zu folgenden Fragen Stellung genommen: Welche Unterstützung erhalten Eltern punkto Förderung, Ernährung und Bewegung? Und gibt es Infrastruktur für Kinder wie zum Beispiel Spielsachen, Bilderbücher oder Wickeltische?

Unterirdische Anlagen sollen ersetzt werden

Grundsätzlich seien die Erziehungsberechtigten verantwortlich für das Wohl ihrer Kinder, lässt der Gemeinderat verlauten. In schwierigen Situationen suchten die Betreuungsteams das Gespräch mit den Eltern. Den Kindern stünden verschiedene Spielsachen zur Verfügung, auch könnten sie den Pausenplatz auf der Schulanlage benutzen. Allerdings schreibt der Gemeinderat, dass er die Besorgnis der Interpellanten verstehen könne.

«Grundsätzlich ist eine Zivilschutzanlage keine geeignete Unterkunft – insbesondere nicht für Kinder.» Angesichts der hohen Zahl von Asylgesuchen sei es aber unumgänglich, als Notlösung auf unterirdische Anlagen zurückzugreifen. Wie lange der Kanton die Anlage im Hochfeld noch betreibt, ist unklar. «Der Kanton setzt alles daran, zuerst die unterirdischen Anlagen zu ersetzen oder zu schliessen», schreibt der Gemeinderat. (Der Bund)

Erstellt: 14.08.2012, 06:53 Uhr

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