Neue Grundrisse für das Inselareal

Am 8. März kommt eine neue Überbauungsordnung für das Inselareal vor die Urne. Die ersten Neubauten sind dort bis 2020 geplant. Das Inselspital will sich auf 50 Jahre hinaus laufend weiterentwickeln können.

Noch ist das Inselspital von verzettelten kleinen Spitalbauten geprägt.

Noch ist das Inselspital von verzettelten kleinen Spitalbauten geprägt.

(Bild: Valérie Chételat)

Matthias Raaflaub

Das Berner Inselspital ist national und international am Puls der Zeit, Hightech bestimmt längst viele Abläufe. Die Mauern aber sind in die Jahre gekommen. Auf dem Inselareal haben sich – einhergehend mit der Entwicklung der Medizin und der Spezialisierung der Fachdisziplinen – über die Jahrzehnte lauter Spital­gebäude angesammelt. Künftig will die Inselspital-Stiftung die Infrastruktur modernisieren. Der Spital-Grossbetrieb, wo jährlich rund 200 000 Patienten ein- und ausgehen, soll effizienter werden. Am 8. März entscheiden die Stimmberechtigten der Stadt Bern nun über die Zukunftspläne des Inselspitals. Dabei geht es um mögliche Entwicklungsschritte für die nächsten 50 Jahre. Die Überbauungs­ordnung, über welche abgestimmt wird, legt gewissermassen das Spielfeld und die Spielregeln für die zukünftigen Ausbaupläne der Insel fest.

Szenarien bis 2060

Das Areal zwischen dem Loryspital, der Murtenstrasse und der Friedbühlstrasse wird mit der Überbauungsordnung in ­insgesamt 16 Baufelder eingeteilt. Damit ziehen Inselspital und Stadtplanung ­gewissermassen neue Grundrisse über das heutige Areal.

Bis 2030 will das Inselspital voraussichtlich 1,5 Milliarden Franken auf dem Inselareal investieren. Die Überbauungsordnung basiert auf einem «Masterplan», welcher Szenarien bis ins Jahr 2060 berücksichtigt. Höchstes Ziel ist es, dabei die Kliniken des Spitals so zusammenzuziehen, dass sich die Behandlungswege für Patienten und Personal verkürzen und der Spitalbetrieb damit effizienter werden kann. Damit verbunden wird das Areal «geordnet». Laut Stadtpräsident Alexander Tschäppät (SP) entsteht auf dem Insel­areal ein «urbanes Quartier». Das heisst aber nicht, dass auf einen Schlag alles abgerissen und neu gebaut wird. Mancherorts geht es nach Annahme der Vorlage zwar rasch. Ein neues Herz- und Gefässzentrum soll schon 2020 an der Freiburg­strasse entstehen; bereits 2018 wird ein Bau für das künftige Organzentrum im Norden des heutigen Intensivbehandlungs-, Notfall- und Operationszentrums (INO) zur Hälfte fertiggestellt. Das Bettenhochhaus, das die Insel-«Skyline» heute prägt, soll 2025 ersetzt werden.

Eher kurze Lebensdauer

Dabei will das Inselspital sicherstellen, dass es auch bei laufendem Betrieb Neubauten erstellen kann. Angelehnt an die Landwirtschaft ist in diesem Zusammenhang von einer «Fruchtfolge» die Rede. Ein Bereich auf dem Areal soll immer für Bautätigkeit frei sein. Erneuerungen oder Neubauten sollen ständig möglich sein. Der Masterplan soll zwar grosse Flexibilität bei der Nutzung der Gebäude ermöglichen. Sie dürften gleichwohl aber höchstens eine Lebensdauer von 50 Jahren haben. Der Insel-Geschäftsleitungsvorsitzende Holger Baumann hat mehrmals öffentlich erwähnt, dass moderne Spitäler nach 30 bis 40 Jahren eigentlich vollständig erneuert werden müssen. Die Insel-Geschäftsleitung war gestern auf Anfrage nicht erreichbar.

Im Berner Stadtparlament gab dies kaum zu reden. Grossmehrheitlich unterstützt das Parlament die Vorlage. Vor ­allem Verkehrsfragen gaben Anlass zu Debatten zwischen der SP und der SVP. Nach dem Willen des Stadtrats müssen die Grundeigentümer, die Inselspital-Stiftung und der Kanton Bern bei den Neubauten auf dem Areal aber auch die Ziele der 2000-Watt-Gesellschaft beachten.

Der Bund

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