Nause will Feuerwerk aus der Unesco-Altstadt verbannen

Die geschützte Berner Altstadt solle nicht länger durch Feuerwerk gefährdet werden, sagt Sicherheitsdirektor Reto Nause.

Reto Nause möchte, dass die Berner Altstadt nicht länger durch Feuerwerk gefährdet ist.

Reto Nause möchte, dass die Berner Altstadt nicht länger durch Feuerwerk gefährdet ist. Bild: Manuel Zingg (Archiv)

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Böllerschüsse, Raketen, Zuckerstöcke: schön und gut, aber bitte nicht in der Unesco-geschützten Altstadt. So lässt sich die Position von Sicherheitsdirektor Reto Nause (CVP) zusammenfassen.

An einer Information der Entente Bernoise und der Gebäudeversicherung (GVB) vor Leistmitgliedern, Gewerbetreibenden und Altstadt-Bewohnern über die Verbesserung des Brandschutzes in der Altstadt hat Nause die Absicht bekräftigt, seinen Beitrag zum Brandschutz zu leisten. «In einem Brandfall wäre ein wichtiges Kulturgut unwiederbringlich verloren», so Nause auf Anfrage. Gegen diese Gefahr müsse man etwas tun. Anwohner sähen das immer mehr als Problem, zumal in der Altstadt nach Nauses Beobachtung am 1. August und zu Silvester «relativ heftig geballert» wird.

Der CVP-Gemeinderat weiss, dass die Exekutive ein solches Verbot nicht einfach verfügen kann. Das müsste der Stadtrat beschliessen, so wie andere Verbote, die in Gemeindereglementen niedergelegt sind. Ein solcher Beschluss unterstünde dem Referendum.

Handlungsbedarf seit 1997

Nauses Absicht fällt zusammen mit dem Bemühen von Entente Bernoise und GVB, den Brandschutz in der Altstadt zu verbessern. Bereits nach dem verheerenden Brand von 1997 wurde der Bedarf erkannt. Dabei stand der Bau von Brandschutzmauern im Vordergrund. Wie sich rasch zeigte, wäre dies ein teures Unterfangen geworden, das sich viele Hauseigentümer weder leisten wollten noch konnten.

Deshalb hat die Entente im Verbund mit den Vereinigten Altstadt-Leisten (VAL), Versicherungen und Herstellern von Brandmeldeanlagen eine Art Brandschutz-Konzept light entwickelt. Dieses setzt weniger auf massive bauliche Massnahmen, sondern favorisiert die rasche Alarmierung im Brandfall. Beim Brand von 1997, der Schäden von 20 bis 25 Millionen Franken und ein Menschenleben forderte, mottete vermutlich eine einzelne Zigarette lange vor sich hin. Die Feuerwehr wurde erst eine Stunde später alarmiert und fand beim Eintreffen den Brandherd nicht sofort, weil vom Feuer noch nichts zu sehen war.

Berner Altstadt ist besonders anfällig

Nause begrüsst die Initiative der Entente. Eine schnelle Alarmierung sei immens wichtig, sagt der Sicherheitsdirektor. Innert maximal zweier Minuten fahre die Feuerwehr aus der Kaserne los und erreiche den Brandplatz innert weniger Minuten. Hier sei der Zeitverlust gering. Umso wichtiger sei es, noch früher zu alarmieren. Genau dies sei die Grundidee des Projekts der Entente. Das Verbot von Feuerwerk passt gut in dieses Konzept. Ein solches Verbot gebe es in vergleichbaren Städten im In- und Ausland, sagt Nause. Die Situation sei speziell, da die verwinkelten Dachlandschaften der Unesco-Altstadt besonders anfällig seien. Wann er das Projekt in den Stadtrat bringe, könne er noch nicht sagen. Eines wisse er aber schon jetzt: «Es wird Widerstand geben», sagt der Sicherheitsdirektor, «doch diesem Disput werden wir uns stellen müssen.» (Der Bund)

Erstellt: 09.09.2013, 06:44 Uhr

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