Naphtalin-Skandal: Stadt saniert Schulanlagen

In mehreren Schulanlagen der Stadt Bern ist der Schadstoff Naphtalin festgestellt worden. Die Stadtbauten Bern beabsichtigen deshalb, die betroffenen Gebäude zu sanieren.

Der Kindergarten Haspelweg wird durch einen neuen Doppelkindergarten ersetzt.

Der Kindergarten Haspelweg wird durch einen neuen Doppelkindergarten ersetzt. Bild: Valérie Chételat

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Betroffen sind die Kindergärten Haspelweg und Rossfeld sowie die Schulanlage Manuel, wie die Stadtbauten Bern am Montag in Bern vor den Medien bekanntgaben.

Die gemessene Naphtalin-Konzentration sei längerfristig nicht gesundheitsschädigend, sagte Annemarie Tschumper, Co-Leiterin des städtischen Gesundheitsdienstes. Allerdings verursacht der Stoff üble Gerüche. Diese können die Befindlichkeit stören und beispielsweise Kopfweh auslösen.

Es stinkt nach Mottenkugeln

Naphtalin wurde in den 1950-er bis in die 1970-er Jahre hinein als Baustoff verwendet, vor allem in Böden. Der Gestank des Teeröls erinnert am ehesten an Mottenkugeln.

Man nehme das Thema ernst, betonte René Tschanz, Bereichsleiter Immobilienmanagement der Stadtbauten Bern. Doch Hektik wäre fehl am Platz. Die Stadtbauten haben ein Konzept erarbeitet, wie sie ihre Gebäude auf Schadstoffe untersuchen wollen.

Von den über 260 Schul-, Kindergarten- und Tagesstätte-Gebäuden stammen 95 aus der Zeit, in der Naphtalin verbaut wurde, wie die Stadtbauten bekannt gaben.

Irène Hänsenberger vom städtischen Schulamt betonte, das Ziel müssten schadstofffreie Schulanlagen sein. Denn nur so könne man Kindern und Lehrkräften ein optimales Umfeld bieten. Klagen über den Gestank habe es, so viel sie wisse, in all den Jahren keine gegeben, räumte Hänsenberger ein.

Lüften bringt Linderung

Die drei Schulanlagen, in denen bereits Naphtalin festgestellt wurde, sollen nun raschmöglichst saniert respektive ersetzt werden. Im Schulhaus Manuel wurden zwei Klassenzimmer vorsorglich geschlossen. Die betroffenen Klassen mussten in andere Zimmer umziehen. Dem Schulhaus stand ohnehin eine Sanierung bevor. Deren Projektierung wurde bereits in Angriff genommen.

Der Kindergarten Rossfeld soll ebenfalls bald saniert werden, wie die Stadtbauten ausführten. Bis dahin werden die Räume täglich mehrmals gelüftet. Damit lässt sich laut Annemarie Tschumper die Belastung deutlich vermindern.

Beim Kindergarten am Haspelweg war ohnehin aus Platzgründen ein Ersatz geplant. Neu soll dort ein Doppelkindergarten entstehen. Nachdem bekannt wurde, dass das Gebäude mit Naphtalin belastet ist, wurde der Kindergarten geschlossen und die Kinder wurden in anderen Räumlichkeiten unterrichtet.

Verschiedene Messmethoden

Die gemessenen Naphtalin-Werte können je nach Messmethode beträchtlich schwanken. In den Berner Schulanlagen wurden Messungen in geschlossenen Räumen ohne Lüftung durchgeführt. Diese Variante liefert zwei- bis dreimal höhere Werte als sogenannte Messungen unter Nutzungsbedingungen.

Bei dieser Methode wird die Luftqualität während der normalen Nutzung eines Raums gemessen. Im Rahmen der weiteren Arbeiten wollen die Stadtbauten nun mit Experten klären, welche Messmethode künftig angewendet wird.

(bs/sda)

Erstellt: 05.09.2011, 10:53 Uhr

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