Nagelprobe wegen vorzeitigen Wintereinbruchs

Der Winterdienst des städtischen Tiefbauamts griff am Wochenende auf das Notfalldispositiv zurück.

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Frau Holle hat die Betten am Wochenende so kräftig geschüttelt wie in den letzten 81 Jahren im Oktober nicht mehr: 12 Zentimeter Schnee sind in der Stadt Bern bis am Sonntagabend gefallen. Der Winterdienst des städtischen Tiefbauamts stand denn auch während gut vier Stunden im Einsatz. Dabei war es nicht die Schneemenge, welche den Streudienst vor Herausforderungen stellte, sondern vielmehr die Tatsache, dass es überhaupt schneite. Das Stichdatum für die Pikett-Organisation des Winterdiensts wurde im Vorfeld auf den 15. November festgelegt. Da kein Personal für den Bereitschaftsdienst eingeteilt war, mussten die Mannschaften für Sonntag ad hoc aufgeboten werden. Das habe aber alles gut geklappt, insbesondere weil für solche Fälle ein Notfalldispositiv bestehe, sagt Martin Schneider, Leiter Strassenreinigung und Winterdienst im Tiefbauamt. «Wir konnten die ersten Dringlichkeitsfahrten am Sonntag ab 5.30 Uhr unternehmen.» Rund 20 Personen seien im Einsatz gestanden, um dem Neuschnee Herr zu werden.

15 Tonnen Salz zur Premiere

160 Kilometer Strasse galt es in der Stadt Bern in einem ersten Umgang zu salzen. Besonderes Augenmerk musste dabei auf die Brücken gerichtet werden. Mit dem Wind, der unter den Brückenbogen hindurchfegt, sinkt dort die Bodentemperatur im Vergleich zur Umgebung jeweils stärker – die Glatteisgefahr steigt. Bevor die Sonne gestern Morgen die letzten Schneereste von der Fahrbahn räumte, wurde deshalb vorsorglich noch eine Solelösung auf den Brücken aufgetragen. Das Salz-Wasser-Gemisch löst die Schneekristalle auf und verflüssigt die weisse Pracht. Alles in allem wurden laut Schneider am Wochenende 15 Tonnen Salz verbraucht. Je nach Umgebungstemperatur und Feuchtigkeit werden jeweils zwischen 10 bis 15 Gramm Salz pro Quadratmeter ausgebracht. (Der Bund)

Erstellt: 30.10.2012, 07:19 Uhr

Salzlager: So voll wie noch nie

Laut Urs Hofmeier, Geschäftsführer der Schweizer Rheinsalinen, hat der heftige Wintereinbruch in der Schweiz nicht zu Massenbestellungen geführt. Viele Kantone und Gemeinden hätten von den reduzierten Einkaufspreisen während der Sommer- und Herbstmonate profitiert und ihre Lager zeitig aufgefüllt. Die Rheinsalinen – eines von zwei Unternehmen, die in der Schweiz das Salzregal innehaben und den Kanton Bern und seine 382 Gemeinden mit Auftausalz beliefern – konnten für diesen Winter die Lagerkapazität für Auftausalz von 80'000 auf rund 180'000 Tonnen vergrössern. Die Rheinsalinen können täglich bis zu 2000 Tonnen Salz produzieren.

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