«Man weiss, wo man einen Parkplatz findet»

Eine iPhone-App verspricht Abhilfe gegen Parkplatznot in verstopften Innenstädten. Hat Bern das nötig? DerBund.ch/Newsnet hat sich umgehört.

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Auf der Platzanzeige der städtischen Parkhäuser dominiert dieser Tage Grün über Rot, es gibt reichlich freie Plätze. Beat Basler, Geschäftsführer des Metro-Parking, relativiert: «Januar und Juli sind stets sehr ruhige Monate, die Leute haben dann entweder kein Geld mehr oder sie sind in den Ferien.»

Donnerstags und Samstags sei man aber auch jetzt meist komplett ausgelastet. Und Events wie die Lichtshow am Bundeshaus füllten die Häuser immer. Bruno Wägli, Geschäftsführer des Bahnhof-Parking, formuliert es so: «No parking, no business – no business, no parking. Wir sind an den Geschäftsgang in der Innenstadt gebunden, und umgekehrt.» Beide Unternehmer gehen derweil darin einig, dass die Park-Kapazität in der Innenstadt ausreiche.

Vom Parkplatz zum Bundesplatz

Auch der städtische Verkehrsplaner Hugo Staub sieht die Parksituation in der Innenstadt komfortabel: «Der durchschnittliche Berner, der mit dem Auto in die Stadt kommt, weiss sehr genau, dass er sich nach den Parkhäusern richten muss.» Natürlich sei das Parkieren in der Innenstadt teurer geworden, indem man es von den Gassen und Plätzen in die unterirdischen Parkhäuser verlagert habe. Diese böten indes einen grossen Vorteil: «Man weiss, wo man einen Parkplatz findet – der Suchverkehr hat abgenommen». Ausserdem habe man den öffentlichen Raum so aufwerten können. So sei etwa der Bundesplatz von einem Parkplatz zum «attraktiven öffentlichen Platz» geworden.

Den Vorwurf der «teuren Preise» lässt auch Bruno Wägli vom Bahnhofparking nicht gelten. «Unsere Parkhäuser werden als teuer empfunden. Dabei werden aber die höheren Betriebskosten unterirdischer Parkhäuser ausser Acht gelassen», sagt er. Beleuchtung und Belüftung seien aufwändig, ausserdem überwache Sicherheitspersonal die Parkhäuser rund um die Uhr.

Fehlende Wareabholplätze

Positiv beurteilt auch das Gewerbe die Parkplatzsituation – allerdings mit Einschränkungen: Sven Gubler, Direktor von Berncity sagt, er empfinde die Situation in der Stadt grundsätzlich als gut. Einzig: «Die individuellen Warenabholmöglichkeiten in der oberen Altstadt sind schlecht.» Gubler kritisiert, die fehlenden Warenabholplätze gereichten dem Gewerbe der Innenstadt zum Nachteil gegenüber den Einkaufszentren in der Agglomeration.

In der unteren Altstadt existierten zwar Warenumschlagplätze. Dort hätten die Kunden die Möglichkeit, das gekaufte Möbelstück mit dem Auto selber abzuholen. «In der oberen Altstadt ist das nur sehr beschränkt der Fall.» Deshalb fordert Gubler: «Die allgemeine Erreichbarkeit darf in keiner Weise verschlechtert werden.»

Verkehrsplaner Staub räumt ein, in der oberen Altstadt sei das Angebot eher knapp und der private Güterumschlag tatsächlich schwierig. Hier sei aber auch die Initiative des Gewerbes in Sachen Kundenservice gefordert: «Wenn der Kunde gezwungen ist, den erstandenen Fernseher selbst mit dem Auto abzuholen, ist das für einen Innenstadtstandort ohnehin nicht angemessen.»

DerBund.ch/Newsnet

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