Lorraine-Bewohner lancieren eigenes Centralweg-Projekt

Nach dem gelungenen Aufstand gegen den «Luxusbau» plant das Quartier ein eigenes Projekt.

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(Bild: Valérie Chételat)

Sibylle Hartmann@sibelhartmann

«Hier baut das Quartier»: Unter diesem Motto geht das Nachbarschaftskomitee Lorraine im Kampf gegen den Bau von Luxuswohnungen am Centralweg einmal mehr in die Offensive. Die Beschwerde der FDP zum Rückkommensbeschluss des Stadtrats vom September zum gesprochenen Kredit ist zwar noch hängig, doch macht man sich in der Lorraine bereits an den Bau eines alternativen Wohnprojekts auf dem besagten Grundstück. Allerdings handelt es sich dabei erst einmal um den Prototyp einer Wohnbox, die preisgünstigen Wohnraum schaffen soll.

Entworfen hat die 5 mal 5 Meter breite und 3 Meter hohe Box der Architekt Huldi Hug. Dieser hat damit den Rachel-Architekturwettbewerb in Köln zur Entwicklung kostengünstiger und nachhaltiger Wohnkörper gewonnen. Neben dem Siegerprojekt sollen am Centralweg auch die anderen Projektentwürfe dieses Wettbewerbs ausgestellt werden, um alternative Bauformen zu thematisieren.

Die Finanzierung des Projekts wurde am Donnerstag auf dem Crowdfounding- Portal Wemakeit lanciert. «Wir sind zuversichtlich, dass wir bis zur Tour de Lorraine am 18. Januar 2014 das Geld zusammenhaben und fertig sind mit dem Aufbau der Box und der Ausstellung», sagt Sandra Ryf, Quartierbewohnerin und Mitglied des Vereins «Hier baut das Quartier». Am selben Tag findet zum Auftakt des Prozesses der Entwicklung eines eigenen Wohnbauprojekts eine Quartierversammlung statt, damit die Anwohner ihre Anliegen und Bedürfnisse äussern können.

Box als Begegnungsort

Die Box, die bis Mitte April auf dem Areal stehen wird, soll als Inspirationsquelle, aber auch als Veranstaltungsraum und Ort des Austausches dienen. Bis zur Umsetzung der Ideen aus dem Quartier kann es allerdings noch dauern. Noch gehört das Grundstück der Stadt. GB-Fraktionspräsidentin Stéphanie Penher hat im Herbst eine interfraktionelle Motion für die Abgabe des Grundstückes am Centralweg an eine gemeinnützige Wohnbaugenossenschaft eingereicht. Laut Ryf wäre dies der wahrscheinlichste Weg, um das Projekt schlussendlich realisieren zu können. Penher ihrerseits «begrüsst das Engagement für die Zwischennutzung, welche die Diskussion zu preisgünstigem Wohnraum anregen soll». Die Debatte um die Überbauung am Centralweg geht damit nächstes Jahr in eine weitere Runde.

Der Bund

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