Schwimmen in Bern

Lifting für Hallenbad «Weyerli»

Für knapp zehn Millionen Franken ist das Hallenbad Weyermannshaus renoviert worden. Nach einem Jahr Schliessung geht es am Montag wieder auf – und lindert Berns Mangel an Schwimmmöglichkeiten.

Modernes Design und kryptische Zeichen an der Wand: Eingangsbereich des renovierten Hallenbades Weyermannshaus.<br /> (Valérie Chételat)

Modernes Design und kryptische Zeichen an der Wand: Eingangsbereich des renovierten Hallenbades Weyermannshaus.
(Valérie Chételat)

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Das «Weyerli» in Berns Westen ist für Badefreudige eine «Ganzjahres-Destination»: Im Sommer lockt das riesige runde Freibad, bei kühlerem Wetter und in der Winterhalbzeit ist das Hallenbad gefragt. Dieses war wegen Sanierung seit rund einem Jahr geschlossen. «Von einem Juwel» sprach Berns Sportdirektorin Edith Olibet (SP) gestern, als sie den Medien das erneuerte Gebäude zeigte. Saniert wurde der Eingangsbereich, der sich in einer warmen Fassade aus Lärchenholz präsentiert. Unter dem Holz verbergen sich umfangreiche Wärmedämmungen, sodass das Gebäude den Minergie-Eco-Standard erfüllt.

Behinderte steigen selbst ins Bad

Das Bad ist voll rollstuhlgängig. Früher zogen die Bademeister Rollstuhlfahrer die Treppen hoch. Nun steht Gehbehinderten ein Lift zur Verfügung. Im «gelifteten» Hallenbad gibt es einen Badelift für Behinderte: Mithilfe des Hebegeräts in einer Bassinecke können sie selbst ins Wasser und wieder hinaus steigen.

Das «Weyerli» verfügt über eine Sauna mit Ruheraum und ein Dampfbad, alles in dunklen, schlichten Formen gehalten. Der Wellnessbereich ist dank eigenem Eingang vom Badebetrieb entflochten. Nur das Solarium hat den Umbau nicht überlebt. Die Wirkung der künstlichen Sonnenbestrahlung auf die Haut sei laut Hautärzten problematisch, sagte Olibet. Wer sich bräunen lassen wolle, könne das in Sonnenstudios tun, aber die Stadt brauche den Service nicht anzubieten.

Unisex-Garderobe

Eine wichtige Änderung betrifft die Garderobe, die nicht mehr nach Geschlechtern getrennt ist. Vom Aspekt der Sicherheit her gilt dies heute gemäss Fachleuten als ideal. Für Schulen mit (lärmigen) Kindern gibt es abschliessbare Gruppen-Garderobenräume, was die Nerven der Ruhe suchenden Badegäste schont.

Garderoben in Bädern seien früher generell zu gross geplant worden, sagten gestern die anwesenden Fachleute von Stadtbauten, Sportamt und Architekturbüro 3B. Sie belasteten den Betrieb, da Kästchen und Kabinen sehr reinigungsintensiv seien. Strenger sind heute die Vorschriften bezüglich Brandschutz und Fluchtwege, welche das erneuerte Gebäude laut den Stadtbehörden erfüllt. Die Gesamtkosten betragen 9,8 Millionen Franken, der vom Stadtrat beschlossene Kreditrahmen wurde eingehalten.

Sanierungen – peu à peu

Becken und Decke der Schwimmhalle wurden von 1993 bis 1995 erneuert. Sie waren nicht Bestandteil der jetzigen Sanierungsarbeiten. Das Hallenbad steht seit 1970 auf dem Gelände des noch älteren Freibades. Seither waren die Garderobenanlagen unverändert in Betrieb. Als Nächstes wird auf dem Weyermannshaus-Areal die Eisbahn saniert, die technisch mit dem Bad zusammenhängt.

Die Sanierung des Hallenbades hätte früher erfolgen sollen. Als sich 2008 herausstellte, dass das altehrwürdige Hallenbad «Mubeeri» am Hirschengraben im Winter der Schneelast womöglich nicht gewachsen wäre, wurde das «Weyerli» zurückgestellt, damit nicht zwei Bäder gleichzeitig geschlossen sind. Das Hallenbad in der Innenstadt ist mit Verstärkungen versehen worden, wodurch es weiterhin benützt werden kann. (Der Bund)

Erstellt: 01.07.2011, 08:10 Uhr

«Weyerli»

Morgen Samstag ist das erneuerte Bad zur Besichtigung von 9 bis 16 Uhr geöffnet (Stöckackerstrasse 11). Der Badebetrieb beginnt am Montag, 4. Juli.

Wann kommt die 50-Meter-Halle?

Der Gemeinderat will mehrere Standorte für eine 50-Meter-Schwimmhalle «vertieft prüfen lassen», wie er gestern mitteilte. Es sind dies: Wankdorf-City, Gaswerk-Areal, Areal der Grossmetzgerei Meinen, Weyermannshaus und Marzili.

In einer Grobanalyse habe eine Projektgruppe die Kriterien Arealgrösse, Erreichbarkeit, Zentrumsnähe, Nachbarschaft und mögliche Mantelnutzungen geprüft. Einige Standorte genügten diesen Anforderungen nicht: Hirschengraben, Ausserholligen und Wyler; sie würden «nicht mehr weiterverfolgt».

Generell herrscht in der Stadt Bern ein Mangel an «Schwimmfläche», sodass Schulen und Clubs oft Mühe haben, Trainingsmöglichkeiten zu finden.

Zur Zeit der tiefroten Budgets der Stadt wurden viele Renovationen zurückgestellt. «Ich würde alles sofort sanieren, wenn ich das Geld dafür bekäme», sagte Gemeinderätin Edith Olibet (SP) gestern.

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