Lichtspektakel fällt Weihnachtsbaum

Wegen der Lichtshow an der Fassade des Bundeshauses wird heuer kein Weihnachtsbaum auf dem Bundesplatz stehen. Ob er jemals wieder aufgestellt wird, ist unklar.

Die Lichtshow auf dem Bundesplatz zog hunderttausende Besucher und Besucherinnen an.

Die Lichtshow auf dem Bundesplatz zog hunderttausende Besucher und Besucherinnen an.

(Bild: Keystone)

Adrian M. Moser@AdrianMMoser

Nun ist definitiv, was sich bereits im Frühling abgezeichnet hatte: Das Lichtspektakel «Rendezvous Bundesplatz» findet in diesem Jahr erneut statt. Dies berichtete die «Berner Zeitung». Mehrere Hunderttausend Menschen verfolgten im vergangenen Dezember die Projektionen von Lichtkünstler Benoît Quero an der Fassade des Bundeshauses – deutlich mehr als im Vorfeld erwartet.

Heuer werden es wohl noch mehr sein, denn die Vorführungen laufen doppelt so lange wie letztes Jahr: vom 27. Oktober bis am 27. Dezember.

Baum stört Projektion

«Wird die Lichtshow auch in diesem Jahr wieder ein Erfolg, könnte sie zu einer neuen Berner Tradition werden», sagt Stadtpräsident Alexander Tschäppät (SP). Dies würde nicht einer gewissen Ironie entbehren, denn der neuen Tradition muss eine nur wenige Jahre ältere weichen: Für den grossen Weihnachtsbaum, der seit 2005 jeden Dezember den Bundesplatz zierte, ist wegen des Lichtspektakels in diesem Jahr kein Platz – er würde die Projektion stören.

Den Weihnachtsbaum vor dem Bundeshaus gab es zwar erst seit einigen Jahren, aber er erfreute sich bei vielen Bernern grosser Beliebtheit. Und 2008, als ein Sturm die Tanne umwehte, boten gleich mehrere Private Ersatz an.

Dennoch sagt Tschäppät: «Heuer wird es definitiv keinen Weihnachtsbaum geben.» Ob ein neuer Standort gesucht würde, sollte das Lichtspektakel 2013 erneut stattfinden, stehe aber noch nicht fest. Grundsätzlich sei die Suche nach einem solchen aber «nicht ganz einfach». So sei zum Beispiel der Münsterplatz im Advent jeweils bereits durch den Weihnachtsmarkt besetzt. Allenfalls könne man mit dem Bund abklären, ob der Platz beim Bundeshaus-Ost, zwischen Bundeshaus und Bellevue, als Ersatzstandort infrage käme.

Lichtshow als Touristenmagnet

Tschäppät macht aber keinen Hehl daraus, dass ihm die Lichtshow mehr am Herzen liegt als der Weihnachtsbaum: «Einen Tannenbaum zu ersetzen, der ausser dazustehen nicht viel tut, lässt sich in einer Zeit, in der sich alles verändert, durchaus vertreten», sagt er. «Man kann immer geteilter Meinung sein, aber das Lichtspektakel war auf jeden Fall spektakulärer als der Weihnachtsbaum.» Ausserdem habe es mehr Leute angezogen. Hier sieht Tschäppät die handfesten Vorteile: Die Lichtshow sei auch eine touristische Attraktion, die schweizweit wahrgenommen werde. «Davon haben auch die Läden und das Gastgewerbe in der Stadt Bern etwas.»

Anders als 2011 wird es in diesem Jahr zwei verschiedene Shows geben. Die erste wird vom Konzept her jener ähneln, die letztes Jahr gezeigt wurde. Die zweite heisst «Adventszauber» und wird erst im Dezember gezeigt. Mehr sei zum Inhalt der Shows derzeit nicht bekannt, sagt Tschäppät.

Ebenfalls noch unklar ist die Finanzierung des Spektakels. Von den Kosten von 850'000 Franken seien derzeit rund zwei Drittel gedeckt, sagt Tschäppät. Die gewichtigsten Geldgeber sind die Stadt und der Kanton, die sich mit je 180 000 Franken am Projekt beteiligen. Für den Rest seien Gespräche mit potenziellen Sponsoren im Gang, so Tschäppät. Er gibt sich zuversichtlich: «Noch ist das letzte Füfi nicht finanziert. Aber wenn etwas einmal am Fliegen ist, wird es auch für Sponsoren interessant.»

Der Bund

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