Kurz frottiert: Wohnraum an ruhiger Lage

Bis 2012 soll die Hauptstadt auf 135 000, bis 2020 gar auf 140 000 Einwohner anwachsen. Wohin nur mit all den Neuzuzügern in einer Stadt, die seit Jahren mit kleinem Leerwohnungsstand und grosser Wohnungsnot zu kämpfen hat?

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Auf den Friedhof am besten. Das schlagen zumindest SP und Juso vor. Angesichts der knappen Landressourcen stelle sich die Frage einer «Umnutzung». Entgegen gemeinderätlichen Hochrechnungen aus den 1980er-Jahren zur Sterblichkeit seien die Berner Friedhöfe heute nicht voll belegt. Die «bewirtschaftete Fläche» habe stark abgenommen, ein grosser Teil der Friedhöfe bestehe nur noch aus Wiese und Parkanlage. Da nur wenige Menschen den Friedhof als «Ort zum Verweilen» und Verbringen ihrer Freizeit wählten, könne bei der frei liegenden Fläche von einer «klaren Unternutzung» gesprochen werden. Ihr Vorschlag: Die ungenutzte Grab- in Wohnfläche verwandeln – quasi wohnen im Grünen, an ruhiger, unverbauter Lage. In einem Vorstoss wollte die SP/Juso-Fraktion vom Gemeinderat wissen, wie er dem Vorschlag gegenübersteht.

Der Gemeinderat mahnt in seiner Antwort zur Weitsicht: «Aus heutiger Sicht kann der künftige Bedarf an Grab- und Grünflächen nicht mit Sicherheit abgeschätzt werden.» Ausserdem müsse neben dem heutigen Bedarf auch genügend Reserven für «ausserordentliche Lagen», das geplante Wachstum der Bevölkerung und für allfällige neue Bestattungs- und Trauerformen gesichert werden. Auch seien die Friedhöfe Teil des Freiraumkonzepts. Bevor dieses nicht vollständig erarbeitet sei, könne man nicht sagen, ob in einem der betroffenen Quartiere überhaupt Grünflächen wie die Friedhöfe für Wohn- oder Arbeitsnutzungen verwendet werden könnten.

So oder so: Auf dem Bümplizer Friedhof gäbe es derzeit gerade mal eine Fläche von 0,4 Hektare zu bewohnen – grosszügiges Wohnen sieht irgendwie anders aus. (Der Bund)

Erstellt: 16.08.2010, 10:30 Uhr

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