Kornhausbibliotheken müssen 150'000 Franken kompensieren

Wegen aufgelaufener Defizite müssen sich die Kornhaus
bibliotheken nach der Decke strecken. Die Direktorin ist zuversichtlich.

 Wegen aufgelaufener Defizite müssen sich die Kornhaus?bibliotheken nach der Decke strecken.

Wegen aufgelaufener Defizite müssen sich die Kornhaus?bibliotheken nach der Decke strecken. Bild: Manu Friederich

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«Der Spardruck ist in den letzten Jahren immer grösser geworden», sagt Stiftungsratspräsidentin Ursula Marti, die seit April dieses Jahres im Amt ist. Zuletzt schrieben die Kornhausbibliotheken mit den insgesamt 21 Standorten in der Stadt und Region Bern ein Defizit. Im letzten Jahr belief sich dieses auf 120'000 Franken. 2012 resultierte ein kleiner Gewinn von 4000 Franken, 2011 gab es ein Defizit von 38'000 Franken.

«Wir können nicht einfach mehr Geld verlangen.» Bei Stadt, Kanton und Gemeinden seien die Finanzen auch knapp. «Wir werden die Mindereinnahmen also kompensieren müssen», erklärt Ursula Marti. Die Möglichkeiten seien aber beschränkt. «Wir können die Öffnungszeiten nicht reduzieren, das widerspricht dem Leistungsvertrag.» Entlassungen schliesst die SP-Grossrätin ebenfalls aus. Am ehesten dürfte es also darum gehen, bei Personalwechseln Stellen nicht sofort neu zu besetzen oder Pensen zu reduzieren. «Das mussten wir schon in den letzten Jahren tun, die Zitrone ist deshalb ziemlich ausgepresst.»

Keine zusätzlichen Gelder von der Stadt

Vorerst geht es um einen Leistungsvertrag für das nächste Jahr, erst für die Periode 2016 bis 2019 wird wieder ein vierjähriger Vertrag ausgehandelt, dann im Rahmen der Kulturkonferenz zusammen mit den anderen Institutionen wie Konzert Theater Bern oder dem Historischen Museum. Für den einjährigen Vertrag werde sich kaum etwas ändern, sagt Irene Hänsenberger von der Direktion für Bildung, Soziales und Sport. Das heisst, es wird von der Stadt Bern wohl nicht mehr Geld fliessen als die 3,3 Millionen Franken, die auch in den vergangenen Jahren zur Verfügung standen. Die Stadt dürfte aber darauf verzichten, die Summe um ein Prozent zu reduzieren, wie sie dies bei anderen Leistungsverträgen beschlossen hat. Ein Beschluss des Gemeinderats ist aber laut Hänsenberger noch nicht gefallen. «Der Vertrag wird noch erarbeitet.»

Massnahmen greifen

Gemäss Leistungsvertrag sind die Kornhausbibliotheken dazu verpflichtet, über die vierjährige Laufzeit des Leistungsvertrags 2011 bis 2014 «ein mindestens ausgeglichenes Rechnungsergebnis auszuweisen». Die Kornhausbibliotheken müssen in diesem Jahr also noch über 150'000 Franken kompensieren. Trotz der schwierigen Vorgabe zeigt sich Christine Eggenberg, Direktorin der Kornhausbibliotheken, zuversichtlich. «Aufgrund der Halbjahreszahlen sieht es sehr gut aus. Wir werden die Ergebnisse sehr wahrscheinlich ausgleichen können.» Die bereits eingeleiteten Massnahmen würden nun greifen. So zum Beispiel werden nun die Rechnungen für die Jahresabonnemente nach Hause geschickt. Früher wurde das Geld erst in der Bibliothek eingezogen, wenn das Abo abgelaufen war. So konnte es zu Einnahmeausfällen kommen.

Bei Pensionierungen werden jüngere Mitarbeitende eingestellt, für welche die Lohnkosten tiefer liegen. Zudem profitieren die Bibliotheken von den tiefen Buchpreisen, und die Internet-Plattform für E-Books kann einen Teil der Ausfälle bei den DVDs ausgleichen. Parallel dazu versuchen die Kornhausbibliotheken, ihren Bekanntheitsgrad zu steigern. Noch bis zum 27. Juli sind die Bibliotheken im Loeb-Schaufenster präsent, wo unter der Devise «Nimm eins – bring eins» Bücher kostenlos und ohne Formalitäten getauscht werden können. (Der Bund)

Erstellt: 17.07.2014, 07:48 Uhr

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