Kommentar: Verhängnisvolle Verknüpfung rächt sich

Was lange währt, wird endlich gut – könnte man meinen.

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Seit mehr als einem Vierteljahrhundert versucht der Worber Gemeinderat, das Dorfzentrum vom Verkehr zu entlasten. Tagtäglich quält sich während der Stosszeiten eine lange Autoschlange von Rüfenacht die Anhöhe hinunter Richtung Worb. Das Projekt Umfahrungsstrasse, das einst nicht mehr als eine Idee zur lokalen Verkehrsentlastung war, avancierte in den letzten Jahren zu einem Projekt von überregionaler Bedeutung. Als Vorhaben höchster Prioritätsstufe schlug der Bundesrat im vergangenen Jahr nach zähen Verhandlungen und erfolgreichem Lobbyieren von Gemeinde- und Kantonsvertretern die geplante Umfahrungsstrasse als eines von 26 Agglomerationsprogrammen den eidgenössischen Räten zur Mitfinanzierung vor. Mit Erfolg. Im September hiess nach dem Stände- auch der Nationalrat den Beitrag in der Höhe von 20 Millionen Franken gut. Die scheinbar grösste Hürde – die Finanzierung – war genommen. Und jetzt das: Kurz vor dem geplanten Baustart im Frühling verhindert nun die Beschwerde einer einzigen Privatperson den Start des «Jahrhundertprojekts». Eine Beschwerde, die sich noch nicht einmal gegen die Umfahrungsstrasse an sich richtet, sondern gegen den Wasserbauplan. Die baulich und planerisch enge Verknüpfung der beiden Projekte – ohne Umleitung der Worble keine Erschliessung der eigentlichen Strassenbaustelle – entpuppt sich als verhängnisvoller Fallstrick. Wie tief der Fall tatsächlich wird, ist ungewiss: Gelingt es nicht, die Angelegenheit vor Verwaltungsgericht beizulegen, scheint nicht nur ein Baubeginn im Jahr 2012 unrealistisch. Ein Weiterzug ans Bundesverwaltungsgericht könnte letztlich sogar das ganze Bauvorhaben gefährden. Werden die Bundesgelder nämlich bis 2014 nicht abgeholt, bleibt die 1,4 Kilometer lange Strasse letztlich das, was sie jetzt ist: eine Idee auf Papier. (Der Bund)

Erstellt: 19.11.2010, 07:47 Uhr

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