Kitchen Battle geht in die zweite Runde

Gastronomie

Was schöne Missen auf dem Bundesplatz können, können Berner Köche schon lange: Zugunsten der Wohltätigkeitsorganisation Cuisine sans Frontiére (CSF) treten vier Kochteams aus Bern an, um den diesjährigen Kitchen Battle zu gewinnen.

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Wenn sich talentierte Köche treffen, um für einen guten Zweck zu kochen, dann ist es wieder Zeit für den Kitchen Battle. Die Idee ist in Zürich entstanden und wurde im vergangenen Jahr vom Gastronomen Adrian Iten nach Bern geholt – genauer gesagt nach Ittigen in den Stufenbau. Von Bekannten hat er von diesem Anlass erfahren. «Die Leute, die hinter diesem Projekt stehen, waren mir auf Anhieb sympathisch», sagt Iten. Bern ist nur der erste Ableger der Veranstaltung, weitere sollen in Basel, Luzern und gar im Ausland folgen. «Das ist aber noch Zukunftsmusik», sagt er.

Der gesamte Erlös fliesst in ein Projekt in Selo (Demokratische Republik Kongo), in der in einem Internat eine Küche für knapp 300 Schüler gebaut wird.

Der letztjährige Anlass in Bern stiess auf grosses Interesse. «Der Anlass war innerhalb kürzester Zeit ausverkauft», sagt er. So habe man 25'000 Franken generieren können. Das Geld wurde für ein Projekt in Georgien verwendet. Das Ergebnis werde am kommenden Wochenende während der Kochpausen vorgestellt. «So sehen die Leute, dass das Geld sinnvoll verwendet wird», sagt Iten.

«Gerne in der grossen Halle abgehalten»

In diesem Jahr sieht es nicht so rosig aus. «Der Vorverkauf läuft harzig», sagt Iten. Gründe kann er nicht klar ausmachen. Er vermutet, dass der Zeitpunkt ungünstig sein könnte. Viele Familien seien gerade aus den Ferien zurückgekehrt und möchten nun nicht gleich wieder Geld ausgeben. Schliesslich koste der Eintritt 120 Franken pro Abend. «Vielleicht sparen die Menschen schon für Weihnachten», sagt Iten und lacht.

Bevor man sich für den Stufenbau in Ittigen entschieden habe, wurde in der Stadt Bern nach einem geeigneten Ort gesucht. «Wir hätten gerne den Kitchen Battle in der grossen Halle neben der Reitschule abgehalten», sagt Iten. Doch habe man befürchtet, dass der Anlass aufgrund der hohen Eintrittspreise und des glamourösen Flairs auf Widerstand gestossen wäre. «Einige hätten sich daran gestört, wenn die Besucher in Abendkleidern und Smokings mit Limousinen bis vor die grosse Halle gebracht worden wären», sagt Iten. Der Stufenbau in Ittigen sei aber eine «gute Alternative».

Aline Trede (Grüne), welche Jurymitglied ist, sieht es anders. «Man hätte ohne Probleme die Veranstaltung in der grossen Halle durchführen können», sagt sie. Die Halle wäre lediglich zu gross gewesen.

«Essen, das dick macht, habe ich lieber»

In der Jury sind auch Berner Politiker vertreten. So auch Stadtpräsident Alexander Tschäppät (SP). «Ich bin nicht ein grosser Freund exquisiter Kulinarik. Essen, das dick macht, habe ich lieber», sagt Tschäppät. Zu Hause koche er zwar selber, aber er beschränke sich auf einfache Gerichte. Aber da der Kitchen Battle zu wohltätigen Zwecken veranstaltet werde, freue er sich auf den Anlass. Und dass er Jurymitglied des Kitchen Battles ist, rechtfertigt er folgendermassen: «Mein 90-Kilo-Körper zeigt, dass ich Ahnung von gutem Essen habe.»

Ähnlicher Meinung ist auch Aline Trede. Sie sei froh, dabei zu sein. «Der Anlass ist eine moderne Art, um für wohltätige Zwecke Geld zu sammeln», sagt sie. In letzter Zeit scheuten sich die Menschen, Geld ohne Gegenleistung zu spenden. Deshalb erachte sie den Kitchen Battle als neuen gangbaren Weg, um bedürftigen Menschen zu helfen. «Die Idee des Kitchen Battles ist löblich, und ich kann voll und ganz dahinterstehen», sagt Trede.

DerBund.ch/Newsnet

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