Kein Stadtfest in Bern

Weder Stadtpräsident Alexander Tschäppät noch der Stadtrat haben Lust auf ein Stadtfest.

«Bär oder nicht Bär, das ist mir egal»: Alexander Tschäppät.

«Bär oder nicht Bär, das ist mir egal»: Alexander Tschäppät.

(Bild: Valérie Chételat (Archiv))

Simon Thönen@SimonThoenen

Vor gut einem Jahr hielt der Stadtrat es noch für eine gute Idee: Das Stadtparlament hatte den Gemeinderat gebeten, wieder einmal ein Stadtfest zu organisieren. Doch das Konzept des Gemeinderates für ein solches Fest im Jahr 2013 stiess gestern im Stadtrat weder links noch rechts auf Wohlgefallen: Der Rat wies es mit 62 zu 3 Stimmen bei 2 Enthaltungen zur Überarbeitung zurück.

Damit bleibt zwar der Auftrag für ein Stadtfest bestehen. Die Ratsdebatte zeigte jedoch, dass weder Stadt- noch Gemeinderat in Festlaune ist. Zumindest für die nächsten Jahre dürfte ein Stadtfest wenig Chancen haben. Der Gemeinderat hatte vorgeschlagen, 2013 das Jubiläum 500 Jahre Bärenhaltung in Bern zu feiern. Dies gefiel der Linken nicht. Denn die ersten Bären waren nach der Schlacht von Novara nach Bern gelangt, was die Linke als militaristischen Anlass empfand. «Die Schlacht mag schön gewesen sein», fand dagegen SVP-Fraktionschef Roland Jakob. Er prangerte wie die übrige Rechte an, dass das Fest Steuergelder kosten würde.

Tschäppät hat keine Lust mehr

«Bär oder nicht Bär, das ist mir egal», sagte ein sichtlich genervter Stadtpräsident Alexander Tschäppät (SP). Er erinnerte daran, «dass die Idee nicht auf meinem Mist gewachsen ist», sondern auf einen Wunsch des Stadtparlaments zurückging. Ein ausschliesslich von der Wirtschaft finanziertes Fest komme für ihn jedenfalls nicht infrage: «Wenn man vom Bärengraben bis zum Bahnhof alles mit Werbung vollpflastern will, kann man dies tun – aber ich bin dann nicht mehr am Fest dabei.»

Der Bund

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