Jenische: «Ein guter Platz. Wir kommen sicher wieder»

Der Standplatz an der Wölflistrasse erhält von den Fahrenden gute Noten.

Die Bewegung der Schweizer Reisenden betont, die Fahrenden seien willens, Recht und Ordnung zu respektieren.

Die Bewegung der Schweizer Reisenden betont, die Fahrenden seien willens, Recht und Ordnung zu respektieren. Bild: Valérie Chételat

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Es ist ein Kommen und Gehen an der Wölflistrasse. Aber eines ändert sich nicht: Die Jenischen, die den provisorischen Durchgangsplatz an der Wölflistrasse nutzen, zeigen Ordnungssinn. Die Wagen sind allesamt schön akkurat ausgerichtet und ordentlich poliert.

Zu den ersten Testbewohnern zählte auch Gérard Mühlhauser, einer der Wortführer der aufmüpfigen Bewegung der Schweizer Reisenden. Gestern hat Mühlhauser seine vorübergehende Sesshaftigkeit in Bern aber beendet. Er ist in Richtung Tessin abgereist. Warum geht er schon? Missfiel ihm denn das in Bern erstrittene Gelände?

Ganz im Gegenteil, sagt Mühlhauser: «Es ist wirklich ein schöner Platz, ein tipptopper Platz.» Alles sei in absolut bester Ordnung. Das dürften die Stadtoberen, die den provisorischen Platz nach anfänglichen Mühen aus dem Hut gezaubert haben, gerne hören. Aber ist es aus der Sicht der Fahrenden wirklich ein provisorischer Platz? Die Bewegung der Schweizer Reisenden betont, die Fahrenden seien willens, Recht und Ordnung zu respektieren. Nur glaubt man auch, etwas Schalk im lobenden Nachsatz von Mühlhauser zu hören. Er sagt: «Wir kommen sicher wieder.» Aber er lässt offen, wann. Mag sein, dass Fahrende angesichts der Top-Qualitäten des Standplatzes Wölflistrasse auch nächstes Jahr wieder diese Adresse anpeilen – Provisorium hin oder her. (Der Bund)

Erstellt: 22.05.2014, 07:32 Uhr

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