Im Profil: «Bücher schreiben ist wie ein Virus»

Beruflich arbeitet Peter Maibach aus Bern als Steuerexperte beim Bund. In der Freizeit aber ist er passionierter Schriftsteller. Sein letztes Werk «Sieben Berge» ist im Dezember im Verlag seiner Frau erschienen.

Beamter und Schriftsteller zugleich: Peter Maibach (57).Foto: Manuel Zingg

Beamter und Schriftsteller zugleich: Peter Maibach (57).Foto: Manuel Zingg

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«Angestellter bei der Eidgenössischen Steuerverwaltung und Schriftsteller – ja, diese Kombination drängt sich auf den ersten Blick nicht gerade auf. Wie es bei mir dazu kam? Früher musste ich im Aussendienst oft Land auf, Land ab die Buchhaltung kleiner Firmen überprüfen. In diesen Betrieben traf ich dabei allerlei skurrile und verschrobene Gestalten: Erfinder, Tüftler und dergleichen. Ein Bildhauer, den ich vor vielen Jahren aufsuchte, empfahl mir, ich solle doch meine seltsamen Erlebnisse notieren und als Inspiration für Geschichten verwenden.»

«Ich habe zuerst mit berndeutschen Kurzgeschichten für die‹Matte-Zeitung› angefangen. Ich mochte dieses altmodische‹Bluemetrögli›-Berndeutsch nicht, das damals noch in den Mundartkolumnen vorherrschte. So redet auf der Strasse doch kein Mensch!, dachte ich. Ich wollte so schreiben, wie die Leute wirklich sprechen.»

«Meine Frau hat mir schliesslich geraten, die Geschichten in einem Sammelband zu veröffentlichen. Aus dieser Idee entstand dann Mitte der Neunzigerjahre‹Bärbeli›, mein erstes Buch. Meine Frau hat es im Eigenverlag veröffentlicht. 1500 Mal hat sich das verkauft. Wir waren beide ziemlich überrascht, wie viele Leute es lesen wollten.»

«Danach gab es kein Halten mehr. Sie müssen wissen: Das Schreiben ist wie ein Virus. Wenn man mal damit angefangen hat, wird man schnell süchtig danach. Autobiografisch gefärbte Geschichten reichten bald nicht mehr aus; Persönliches und Familie sind als Quelle irgendwann einfach ausgeschöpft. Ich machte mich daran, eigene Welten zu erschaffen. Als Einstieg dazu eignet sich der Krimi ganz gut. Vor zehn Jahren kam mein erster Roman heraus:‹Helens Bild›, eine futuristisch angehauchte Krimi-Geschichte. Sciencefiction und Fantasy mag ich generell gerne. Ich lasse mich zum Beispiel von Terry Pratchett inspirieren, dem Autor derScheibenwelt-Bücher.»

«Meine Frau ist bis heute meine Verlegerin geblieben. Sie betreibt einen kleinen Verlag in der Matte,‹Einfach lesen›. Gelegentlich schreiben wir auch zusammen etwas. Unser letztes gemeinsames Werk,‹Sieben Berge›, haben wir im Dezember veröffentlicht. Der Roman kreist um zwei Hauptpersonen: Ich habe die männliche Hauptfigur übernommen; sie die weibliche. Natürlich haben wir teils heftig darüber diskutiert, wie es mit der Geschichte weitergehen könnte. Aber rückblickend gesehen war es eine sehr interessante Erfahrung, und wir sind beide ganz zufrieden mit dem Resultat.»

«Zwei Jahre lang haben wir an‹Sieben Berge› geschrieben. Das ist schon ziemlich lange. Aber weil ich immer noch bei der Steuerverwaltung arbeite, bin ich auch nicht unbedingt darauf angewiesen, die ganze Zeit etwas zu veröffentlichen. Eines muss ich übrigens klarstellen: Ich schreibe nur am Wochenende oder in den Ferien, nie im Büro. Die Arbeit und die Schriftstellerei trenne ich konsequent!» (Der Bund)

Erstellt: 10.01.2011, 07:58 Uhr

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