Grüsse aus Bern (3)

Der «Bund» schreibt Postkarten – und grüsst Ursula Marti in ihrem Feriendomizil am Lago Maggiore.

Ursula Marti hat sich ins Tessin begeben – nicht etwa um zu faulenzen, sondern um ihre 1.-August-Rede zu schreiben.

Ursula Marti hat sich ins Tessin begeben – nicht etwa um zu faulenzen, sondern um ihre 1.-August-Rede zu schreiben. Bild: Franziska Scheidegger

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Sehr geehrte Frau Marti

Haben Sie sich gut eingelebt in der Wohnung mit dem atemberaubenden Panoramablick über den Lago Maggiore? Gambarogno, das ist wirklich ein Geheimtipp. Wir hoffen, es ist keine Zweitwohnung, Frau Marti, das könnte Ärger geben. Die Unterkunft erscheint uns gemütlich, die Bettwäsche geschmackvoll, die Sicht vom Esstisch auf dem Balkon prächtig. Keine Angst, es gibt in Ihrem Refugium keine Webcams, auf der Webseite der Casa Reichardt hat es lediglich einige Archivaufnahmen. Es ist alles so transparent heute, nicht wahr?

Der Gedanke, Sie dort beobachten zu können, ist aber nicht ohne Reiz, denn Sie arbeiten an der 1.-August-Rede, die Sie als Stadtratspräsidentin von Amtes wegen halten werden. Das wäre ja ein Ding, wenn wir Ihnen beim Schreiben über die Schultern blicken könnten: die Rede zur Bundesfeier, die dem «Bund» bereits exklusiv vorliegt. Reden Sie bitte nicht über Eingemeindungen, auch wenn Ihr Ferienort Gambarogno kürzlich eine erfolgreiche Gemeindefusion zustande gebracht hat: Das Thema hatten wir in Bern schon einmal am ersten August.

Vor hundert Jahren hielten SP-Leute übrigens keine Augustreden. Die Bourgeoisie hätte es sich verbeten, dass «vaterlandslose Gesellen» in diese Domäne eindringen. Als Frau wären Sie weder Stadtratspräsidentin noch sonst irgendetwas in der Politik gewesen, nicht einmal Stimmbürgerin. Zum Glück hat sich diesbezüglich in der Zwischenzeit vieles geändert.

Brüten Sie nicht zu lange über der Rede, Frau Marti, gehen Sie in die Natur. Fahren Sie – mit Umsteigen in Vira-Magadino – mit dem Poschi nach Indemini hinauf. Das Dörflein ist gar nicht so weit entfernt, doch dauert die Fahrt etwa anderthalb Stunden – pro Weg. Nehmen Sie unbedingt ein paar Plastiktüten mit, es hat auf der Strecke unheimlich viele enge Kurven.

Viele patriotische Geistesblitze wünschen Die Daheimgebliebenen. (Der Bund)

Erstellt: 19.07.2012, 09:42 Uhr

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