Glosse: Am 12.12. schlägts im Komikzelt dreizehn

Der Berner Stadtpräsident Alexander Tschäppät ist eine Frohnatur. Im Dezember wird er als Spezialgast in Das Zelt im Comedy Club auftreten. Das ist kein Witz – nicht einmal ein halblustiger.

Alexander Tschäppät wird zum Komiker.

Alexander Tschäppät wird zum Komiker.

(Bild: Franziska Scheidegger (Archiv))

Markus Dütschler

Der Berner Stadtpräsident ist kein Oberbürgermeister, kein Lord Mayor, keine furchteinflössende Figur, in deren Gegenwart man kaum zu atmen wagt. Und das ist gut so. In unserem Land sind Politiker volksnah, unprätentiös, locker und zum Anfassen. Das muss man unserem Stadtpräsidenten Alexander Tschäppät (SP) nicht zweimal sagen. Volksnähe ist für ihn keine Pflicht, sondern der Bestandteil seines Amtes, den er aufrichtig liebt.

Wer die Affiche von Das Zelt studiert, das ab 5. Dezember bis Silvester auf der Berner Allmend gastiert, ist dennoch erstaunt. Allerhand lustige Leute sind angesagt: Marco Rima, Simon Enzler und viele mehr. An besagtem 12. Dezember findet ein weiterer Höhepunkt statt: Comedy-Club 13 – Comedy im Multipack. In diesem Päckli ist kein Geringerer als der Stapi inbegriffen: Alexander Tschäppät. Das Stadtoberhaupt figuriert unter Special Acts. Gegenüber der «Berner Zeitung» sagt er, die Veranstalter hätten ihn angefragt. Ihnen sei seine launige Rede von 2009 zur Verabschiedung der A-cappella-Truppe Bagatello in bester Erinnerung, weshalb sie liebend gerne auf ihn zurückgegriffen hätten.

Hofnarr am eigenen Hof

Manch ein Stadtpräsident hätte wohl abgewinkt. Aber nicht unser Alex. Es sei spannend, so Tschäppät gegenüber unserem Schwesterblatt BZ, Humor tue der Gesellschaft gut. Der Stadtregent verfügt demnach über eine gut dotierte Sammlung mit Zeitungsschnipseln, die nur darauf wartet, humoristisch konfektioniert zu werden.

Noch ist der 12. Dezember fern. Vorher muss der Stapi unters Messer: Die Knie sind fällig. Dem Chirurgenteam ist ein gutes Händchen zu wünschen, damit unser Stadtvater wieder mit frischem Elan zu seinen Verpflichtungen eilen kann. Eine Knie-OP kann man schlecht absagen, die muss einfach sein. Ob der 12. Dezember auch sein muss? Das bleibt dem Stapi überlassen. Aber der Hofnarr am eigenen Hof sollte man eigentlich nicht sein.

DerBund.ch/Newsnet

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