«Genuss bedeutet für mich der zufriedene Blick in den Spiegel»

Eat clean, train hard: Körperkult ist am Prosperieren. Hier klinkt sich auch der FC-Thun-Profi Dennis Hediger ein – gemeinsam mit seinem Geschäftspartner lanciert er in Bern einen Lieferservice für Ernährungsbewusste.

Wollen gesundes Essen in die Berner Haushalte bringen: Dennis Hediger (links) und Salman Küsne.

Wollen gesundes Essen in die Berner Haushalte bringen: Dennis Hediger (links) und Salman Küsne. Bild: agr

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Die Badesaison ist zum Greifen nah, und der Fitnesshungrigen scheinen ständig mehr zu werden. Nicht nur das Marzili, sondern auch Effekte sozialer Netzwerke, differenziertere Ernährungsansätze und die Selfie-Kultur sind die Motoren für die Bedeutungszunahme von Körperästhetik. Ein solcher Körperästhet ist auch der FC-Thun-Mittelfeldspieler Dennis Hediger. Während seine Mannschaftskollegen in der trainingsfreien Ferienzeit um Bussgeld für Extrakilos bangen, braucht er sich diesbezüglich wenig Sorgen zu machen. Denn für den Berner sind Burger, Pizza und Cremeschnitte ohnehin tabu. «Schokolade habe ich das letzte Mal im Kindesalter gegessen, und davon ziemlich viel.»

Muskeln als Muse

Neben dem obligatorischen Fussballtraining mit dem Verein trainiert der 28-Jährige zusätzlich in seiner Freizeit gerne, und das oft. «Mit 16 Jahren habe ich begonnen, das Fussball- mit Krafttraining zu ergänzen.» Aus ersten Bauchmuskelansätzen wurde ein stählerner Sixpack und aus dem Hantelstemmen ein Lebensinhalt. Vor zwei Jahren agierte er erstmals als Fitnesscoach. Mit «Team Hediger» betreut er als Personal Trainer rund 80 Kunden. Nach jahrelanger Profifussballkarriere, einem angefangenen Studium der Sportwissenschaften und der Arbeit als sportlicher Motivator hat er aber immer noch nicht genug: Mitte Mai lanciert er gemeinsam mit dem Gastronomen Salman Küsne einen Lieferservice für gesundes Essen.

«Viele Leute haben keine Zeit für aufwendiges Kochen oder sind unsicher, was wirklich gesund ist», so Hediger. Genau für solche Leute soll ihr Kurierdienst sein. Ab dem 11. Mai bieten sie mit «Fitfood» Rundumpakete für die tägliche Nahrungsabdeckung an. Hierbei könne man zwischen den Varianten «Basic»,«Light» oder «Athletic» wählen. Die Pakete, zwischen 29 und 49 Franken, beinhalten fünf Mahlzeiten – vom Frühstück bis zum Abendessen –, wobei Ersteres oder Letzteres wahlweise weggelassen werden kann. Die Bestellung müsse online getätigt werden, danach gehe alles flugs: «Morgens, zwischen acht und zehn Uhr, werden die Bestellungen ausgeliefert», so Küsne.

Salat statt Absolution

Die Gerichte stammen aus den Räumlichkeiten des Restaurants Boomerang am Sternengässchen 5. Das Lokal ist seit mehreren Jahren in der Hand von Küsnes Eltern. Neben der Tätigkeit als Gastronom arbeitet der 27-Jährige als Filialleiter bei Coop Pronto. «Für den Restaurantbetrieb brauchen meine Eltern nur ein Stockwerk, im Untergeschoss haben wir nun die Küche für Fitfood eingebaut.» Von dort aus werden sie künftig den Grossraum Bern bis Belp und Jegenstorf beliefern – anfänglich mit einem kleinen Team von einem Koch und einem Auslieferer.

Ungesundes wird der Kunde bei den Menüs von Fitfood vergeblich suchen, ebenso Alkohol. Aber «Genuss» sei ein weiter Begriff. Küsne ist Teilzeitgeniesser und möchte kulinarische Höhenflüge nicht gänzlich missen; deshalb gönnt er sich einmal pro Woche einen Schummeltag – einen sogenannten «Cheat Day». Da könne er essen und trinke, was er wolle. Hediger scheint den Preis des Verzichts gerne zu bezahlen: «Genuss bedeutet für mich der zufriedene Blick in den Spiegel.» So wurde die «Pouletbrust mit Salat» für ihn mittlerweile zur lukullischen Gaumenfreude.

www.fitfood-delivery.ch (DerBund.ch/Newsnet)

Erstellt: 02.05.2015, 08:12 Uhr

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