Gefährliches Jungbärenleben

Misha und Masha, die beiden Tierpark-Bären, haben Nachwuchs bekommen. Doch die Jungbären «3» und «4» leben gefährlich.

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Misha und Masha sind besondere Bären. Nicht alleine, weil sie 2009 als Geschenk der Gattin des damaligen russichen Präsidenten Dmitri Medwedew nach Bern kamen. Was Misha und Masha anders macht, ist ihre Lebensgeschichte: Als Findelkinder wurden sie von Menschenhand aufgezogen. Sie haben nie gelernt, sich wie «normale» Bären zu verhalten.

Im Tierpark möchte man aber dennoch dafür sorgen, dass das Bärenpärchen ein möglichst naturnahes Leben führen kann. Dazu gehört es auch, Nachwuchs aufzuziehen. Und genau das ist nun geschehen: Mitte Janaur warf Masha zwei Bärenjungen. Eines der Bärengeschwister sei am Mittwoch schon im Freigehege rumgetollt, schreibt der Tierpark.

Es ist «3», der sich rausgewagt hat, während «4» noch in der sicheren Höhle bleibt. «3»? «4»? Das sind doch keine Namen für junge Bären! Eben doch, findet der Tierpark. Der kuschelige Nachwuchs im Bärenwald erhalte bewusst keinen «vermenschlichenden Namen».

Die Jungbären leben gefährlich

Es klingt brutal, aber: Wie lange die beiden Bärchen leben werden, ist unklar. Denn Bärenväter kennen keine Liebe zu ihrem Nachwuchs: Werden die männlichen Tiere nicht von ihren Jungen ferngehalten, kann es sein, dass der Vater seine Kinder umbringt.

Misha, den von Menschenhand grossgezogenen Bärenvater, will man aber nicht von seiner Parterin und seinem Nachwuchs isolieren. Denn sollte er zwei Jahre alleine in einem abgetrennten Gehege verbringen müssen, könnte das schwere Verhaltensstörungen verursachen.

Und so legt man das Schicksal des Bärennachwuchses in die Pranken des Vaters: «Der Verlust von Jungtieren ist nach biologischen Grundsätzen, wie auch nach Tierschutzkritierien weit weniger gravierend als ein dauerhaft verhaltensauffälliger, erwachsener Bär» schreibt der Tierpark.

Bis jetzt aber geht alles gut: Misha darf sogar die Wurfstallung betreten. Sollten es die jungen Bären schaffen, will der Tierpark «rechtzeitig geeignete Plätze finden» für «3» und «4».

zec/bwg/pd

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