Feuz nach Parteiwechsel: «Hätte ich zurücktreten sollen?»

Alexander Feuz macht mit seinem sofortigen Wechsel von der FDP zur SVP von sich reden. Nun spricht er über die Gründe.

Stadtrat Alexander Feuz hat von der FDP zur SVP gewechselt.

Stadtrat Alexander Feuz hat von der FDP zur SVP gewechselt. Bild: zvg

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Herr Feuz, Sie haben Ihre Mitgliedschaft bei der FDP gekündigt und politisieren nun bei der SVP-Fraktion. Wieso?
Das hat verschiedene Gründe: Beim Neujahresapéro der FDP wurde mir im Auftrag diverser Parteiexponenten nahegelegt, dass ich zur SVP wechseln soll, wenn ich mich nicht besser einordnen wolle. Dort würde ich von meinem Profil her besser hinpassen. Meine politische Haltung wurde schon viel früher von einzelnen Parteiexponenten scharf kritisiert. Zu gewissen Themen wie Stadtnomaden oder Reithalle wollte man mir sogar verbieten weitere Einzelvorstösse einzureichen, wenn die Mehrheit der Fraktion dem nicht zustimmt. Zudem hat man mir vorgeworfen, dass die Partei wegen mir keinen neuen Präsident finde, da ich schwer führbar sei. Gewisse Mitglieder sollen angeblich wegen mir nicht mehr zu Fraktionssitzungen gekommen sein, was ich allerdings nur als Vorwand sehe, da diese auch schon vorher kaum erschienen waren.

Sie fahren doch auch einen rechten Kurs.
Das stimmt. Aber ich habe meine Gesinnung nie verheimlicht. Ich habe immer mit offenem Visier gekämpft und stehe klar zu meinem Überzeugungen. Meine Angaben waren bei den Wahlen immer auf Smartvote und ich bin immer auch an Delegierten- Parteiversammlungen klar zu meinen Überzeugungen gestanden.

Hätten Sie denn überhaupt noch zur FDP gepasst?
Die FDP braucht eine grosse Spannweite. Das war schon immer die Chance des Freisinns, die eigene Meinung frei vertreten zu können. Dabei bin ich aber auch ein erklärter Gegner der sogenannten Waldstadt und setze mich für den Erhalt von Elfenau ein.

Also gibt es bei der Berner FDP keinen Platz für verschiedene Meinungen?
Das würde ich so nicht sagen. Aber es gibt sicher gewisse Exponenten, die wollen, dass die Partei nur noch eine Meinung vertritt. Diese sind aber meines Erachtens noch nicht in der Mehrheit.

Ihnen könnte vorgeworfen werden, der FDP einen Sitz entführt zu haben.
Mir wurde der Austritt nach meiner Wiederwahl von diversen Parteiexponenten nahegelegt. Hätte ich aus dem Stadtrat zurücktreten sollen? Das wäre gegenüber dem Wähler nicht fair gewesen. Man hat mir sogar ein Ultimatum gestellt: Bis zum 22. April gab man mir für den Parteiaustritt Zeit. Ich bin dem nachgekommen, wobei ich ursprünglich noch etwas zuwarten wollte. Nachdem die Medien dies gespannt hatten, musste ich handeln.

Also ist die FDP am Sitzverlust selber schuld?
Gewisse Exponenten sollten sich sicher nicht beklagen. Ich bedaure dies, aber wir können uns immer in die Augen sehen. Ich habe nach meinem Wechsel auch von Freisinnigen, die meine Vorstellungen teilen, viele aufmunternde Worte erfahren.

Mit welchen Gefühlen verlassen Sie die FDP?
Es war ein schwerer Schritt. Die FDP hat bei mir eine lange Familientradition. Ich habe immer noch viele Freunde in der Partei und bin ihr in gewissen Werten eng verbunden. Aber schlussendlich ist der Wechsel zum heutigen Zeitpunkt der ehrlichere Weg – auch für den Wähler.

Was wird sich für Sie bei der SVP ändern?
Ich hatte schon immer einen guten Draht zur SVP. Das war bekannt. Daher war der Wechsel zu ihr naheliegend. Ich werde meine politischen Zielsetzungen klar verfolgen können und werde hier unterstützt werden. Ich freue mich auf die kommende Zusammenarbeit. (DerBund.ch/Newsnet)

Erstellt: 08.03.2013, 13:44 Uhr

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