Ferrari-Fahrer bittet Velofahrer zur Kasse

Fertig mit gratis Parkieren: Bürgerliche Stadträte fordern in einer Motion die Einführung von Parkplatzvignetten für Velofahrer.

Für Velos ist es in Bern eng. Bürgerliche Stadträte fordern nun die Einführung von Parkplatzvignetten für Velofahrer.

Für Velos ist es in Bern eng. Bürgerliche Stadträte fordern nun die Einführung von Parkplatzvignetten für Velofahrer.

(Bild: Keystone Edi Engeler/ Archiv)

Lisa Stalder

Berns Velofahrerinnen und Velofahrer haben derzeit ein hartes Los: Wer momentan beim Bollwerk durchradelt, riskiert schon fast sein Leben. Damit nicht genug: Weil die Stadt sparen muss, werden künftig nur noch jene Löcher im Strassenbelag geflickt, die mindestens drei Zentimeter tief sind. Dies liess die neue Verkehrsdirektorin Ursula Wyss im «Bund»-Interview verkünden. Wer nicht gerade mit gefedertem Mountainbike unterwegs ist, fährt auf gewissen Strassenabschnitten künftig wohl am besten Slalom.

Parkplatzvignette für Velobesitzer gefordert

Doch den Velofahrenden droht womöglich schon bald weiteres Ungemach: Geht es nämlich nach den beiden FDP-Stadtratsmitgliedern Mario Imhof – seines Zeichens Ferrari-Fahrer – und Jacqueline Gafner Wasem können Velos in der Stadt Bern künftig nicht mehr gratis abgestellt werden. In einer Motion, die von weiteren bürgerlichen Stadträtinnen und Stadträten unterschrieben wurde, fordern die beiden die Einführung einer Parkplatzvignette für Velobesitzer. Diese soll, ähnlich der Parkkarte für Motorfahrzeuge, gut sichtbar am Velo angebracht werden und ist bei der Gewerbepolizei zu beziehen.

Kostenpunkt: Zwölf Franken für Bernerinnen und Berner, 24 Franken für Auswärtige. Velos ohne Vignette dürfen, so der Vorschlag der beiden Freisinnigen, nur noch in den öffentlichen kostenpflichtigen Veloparkings abgestellt werden. Velos ohne Parkplatzvignette sollen von der Polizei «eingesammelt und eingelagert» werden. Besitzer, die sich nicht innert einer «definierten angemessenen Frist» melden, haben Pech: Ihr Velo wird versteigert oder exportiert.

Angesichts der angespannten Finanzlage sei es angebracht, auch Velofahrer zur Kasse zu bitten. Schliesslich müssten die Veloparkfelder unterhalten werden. Auch der Abtransport von «Veloleichen» werde der Allgemeinheit aufgebrummt. Wir geben den Motionären recht: Das ist in der Tat unbefriedigend, dafür brauchte es ausgebildete Velobestatter. Es fragt sich, ob sich die Stadt solche leisten könnte.

Der Bund

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