Fabian Kauter vor der EM: Immer für eine Medaille gut

Für einmal ist an der EM der Degenfechter nur ein Kauter dabei. Während Fabian um Medaillen kämpft, muss Michael zuschauen.

Fabian Kauter (links) und sein Teamkollege Benjamin Steffen.

Fabian Kauter (links) und sein Teamkollege Benjamin Steffen. Bild: Keystone

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Vor Jahresfrist holte er an der EM in Plowdiw (Bul) Silber mit dem Team, 2007 in Gent war er Dritter im Einzel, und 2004 gewann der 24-jährige Berner Fabian Kauter in Kopenhagen gar Gold im EM-Teamwettbewerb. Der Medaillensatz ist ergo komplett. Trotzdem: Eine EM-Medaille tut dem Ego immer gut und ist auch das Ziel von Fabian Kauter an der am Samstag in Leipzig beginnenden EM: «Ich fahre nicht hin, um sagen zu können: Ja, ich war dabei», so Kauter. «Wir Fechter tragen das Schweizer Kreuz zwar auf der Hose und nicht auf der Brust. Doch für das Heimatland zu starten, ist immer etwas Besonderes.» Abgesehen davon, dass ein Spitzenresultat an einer EM immer einen positiven mentalen Eintrag in der Hirn-Datenbank hinterlässt, der später in kritischen oder speziellen Wettkampf-Momenten abgerufen werden kann. Eine wertvolle Erfahrung eben, die das mentale Korsett stärkt und von denen man nie genug speichern kann.

Mit einem Topresultat in Leipzig könnte sich Fabian Kauter zudem in der Weltrangliste unter die ersten 16 verbessern (aktuell Nr. 36) und wäre damit an der WM Anfang November in Paris für die Runde der letzten 64 gesetzt. Die Qualifikationsphase der Schweizer Degenfechter für die Olympischen Spiele 2012 in London beginnt hingegen erst am 1. April 2011. Als Team können sich die Männer nicht für London qualifizieren, da der Degen-Teamwettbewerb 2012 turnusgemäss vom internationalen Verband aus dem olympischen Programm gestrichen worden ist.

Harter Selektionsentscheid

Nicht glücklich macht Fabian Kauter die Tatsache, dass sein Bruder Michael, der 2008 in Peking Rang 11 belegte, für die EM in Leipzig nicht nominiert worden ist. «Letztlich ist es eine Entscheidung der Trainer, die es so zu akzeptieren gilt», räumt Fabian Kauter ein. Trübsal zu blasen und in Leipzig Luftlöcher statt Volltreffer zu produzieren, bringe niemanden etwas – «ich muss es nehmen, wie es ist». Das heisst, dass in Leipzig neben Kauter sowie den Baslern Benjamin Steffen (Nummer 65 der Welt) und Max Heinzer (19) erstmals der Romand Sébastien Lamon (112) als vierter Mann für das helvetische Team die internationale Planche betritt. «Die Fussstapfen, in die er tritt, sind gross», weiss Fabian Kauter. Sein Bruder sei mit seiner Erfahrung immer ein wichtiger Wert fürs Schweizer Team gewesen. Es ist dem Bruder von Olympia-Teilnehmerin Sophie Lamon jedoch zuzutrauen, mehr als nur ein Lückenbüsser zu sein, selbst wenn er in der Weltrangliste 43 Plätze hinter Michael Kauter klassiert ist. Aufgrund der in dieser Saison erbrachten Leistungen ist der Entscheid der aus Italien stammenden Nationaltrainer Angelo Mazzoni und Gianni Muzio nachvollziehbar. Immerhin hat Lamon Anfang Mai am Weltcup-Turnier in Paris just hinter Fabian Kauter den ausgezeichneten 7. Rang belegt.

Vor zweitem Soloalbum

Eine Medaille, ob im Einzel oder mit dem Team, liege für die Schweizer Degenfechter und -fechterinnen an der EM durchaus drin, glaubt Fabian Kauter. «Wir sind ein homogenes Team und wollen unsere Medaillen aus dem Vorjahr verteidigen.» Als Rapper Yuri steht Fabian Kauter vor der Produktion seines zweiten Soloalbums. Mit «Summer in Sibirie» gelangte er letztes Jahr in die Hitparade. Wer weiss: Mit einem guten Sommer in Leipzig wird aus Rapper Yuri vielleicht schon bald der «Yuripean Champion» Rapper. (Der Bund)

Erstellt: 16.07.2010, 09:55 Uhr

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