«Es herrscht auch in Bern eine Art Raubritter-Kapitalismus»

Multiplex-Kinos boomen, Arthouse-Säle darben. In Bern schliesst die Quinnie-Kette zwei Kinos. «Wir müssen uns verkleinern, um zu überleben», sagt Kinobesitzer und Filmer Thomas Koerfer.

Eine Frage von Sein oder Nichtsein? Thomas Koerfer in seinem Atelier in Zürich mit einem Totenkopf von Tony Oursler.

Eine Frage von Sein oder Nichtsein? Thomas Koerfer in seinem Atelier in Zürich mit einem Totenkopf von Tony Oursler. Bild: Keystone

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Die Schweizer Kinos haben 2009 zehn Prozent mehr Umsatz gemacht, die Berner Innenstadt-Kinos aber haben 120 000 Zuschauer verloren. Was läuft da falsch?

Das scheint tatsächlich paradox, ist es allerdings nur auf den ersten Blick. Denn wenn man die Zahlen analysiert, sieht man, dass die Multiplexe Publikum gewinnen, die Arthouse-Kinos und auch die Studio-Mainstreamkinos hingegen Zuschauer verlieren oder stagnieren. Es ist ein schweizweites Phänomen, dass sich die Arthouse-Gruppen verkleinern müssen, um überleben zu können. Das zeigt auch das Beispiel Basel, wo das Kino Movie geschlossen werden muss.

In Bern haben Sie das Splendid bereits geschlossen, Ende Mai geht auch das Cinemastar zu. Ihre Quinnie-Kette verliert damit drei Säle und schrumpft um fast einen Drittel. Gab es zu diesem Rückzug keine Alternative?

Nein. Die Publikumsrückgänge waren so gravierend, dass wir einfach reagieren mussten. Wir haben die Kinos zwei andern Kinobetreibern angeboten, weil wir die Arbeitsplätze erhalten wollten, aber diese hatten kein Interesse, auch nicht am Splendid, das ja noch nicht alt und von der Ausrüstung und vom Bauwert her auf gutem Stand ist.

Haben Sie die Kinos auch I hrem Konkurrenten Kitag angeboten?

Wir haben Vertraulichkeitsvereinbarungen unterschrieben. Ich kann dazu deshalb nichts sagen.

Wir müssen noch kurz bei den Zahlen bleiben: Wie viele Eintritte haben die Quinnie-Kinos verloren, wie viele Kitag?

Wir haben etwas weniger als 45 000 Besucher verloren, die Kitag – nach unserer Schätzung – demnach um die 75 000.

Weshalb schliessen Sie Kinos, die Kitag aber nicht?

Im Unterschied zu uns ist die Kitag ein Grosskonzern, der in der ganzen Schweiz Kinos betreibt und hälftig der Swisscom gehört. Für das Gesamtergebnis einer solchen Gruppe ist Bern nicht derart wichtig. Wir leiden in der Schweiz unter den Marktverzerrungen durch die grossen Kinoketten. Festzustellen ist auch, dass das Klima unter den Konkurrenten sehr unkooperativ ist. Es herrscht auch in Bern eine Art Raubritter-Kapitalismus.

Worin zeigt sich dies?

Zum Beispiel in der rücksichtslosen Art, mit der die Pathé-Gruppe Orange über den Tisch gezogen hat, um den Kino-Dienstag mit einer Freikarte für zwei einzuführen, dies an anderen Kinobetreibern vorbei und über die Köpfe der Verleiher hinweg. Die Einführung des Kino-Montags mit reduziertem Eintrittspreis war noch eine gemeinsame Sache aller Kinobetreiber in Bern.

1,2 Millionen Eintritte verzeichneten letztes Jahr die Berner Kinos, davon Pathé Westside allein 500 000. Wissen Sie, wie viel Publikum Sie an Pathé verloren haben?

Das lässt sich nicht konkret beziffern. Unter der Konkurrenz durch Pathé haben wir bei kommerziellen Filmen wie etwa «Harry Potter» gelitten. «Harry Potter» hatten wir früher exklusiv, das war eine Quersubventionierung unseres Arthouse-Programms. Pathé hat uns aber nicht nur Publikum «gestohlen», sondern auch neues Publikum generiert.

Sie stehen von zwei Seiten unter Druck, denn zur Konkurrenz durch Pathé kommt die Tatsache, dass das Arthouse-Kino an sich schrumpft. Dessen Marktanteil ist in den letzten zehn Jahren von über 30 Prozent auf 20 Prozent zurückgegangen. Was sind die Gründe dafür?

Generell gesagt gibt es heute einen andern Umgang mit dem bewegten Bild. Die jüngere Generation schaut sich zwar viele Filme an, aber nicht mehr unbedingt im Kino, sondern übers Internet, zu Hause, auf DVD, unterwegs auf dem Laptop, zusammen mit andern oder allein, an einem Stück oder in Portionen. Im Kino «spricht» der Film sozusagen ex cathedra, man muss ihn im dunklen Saal zu einer bestimmten Zeit von Anfang bis Ende anschauen. Die DVD hat den Umgang «demokratisiert». Dann ist es offenbar auch so, dass die junge Generation keine fremdsprachigen Originalversionen mehr sehen will, auch nicht englischsprachige.

Das scheint paradox, dominiert doch Englisch in der Popkultur und zunehmend auch in der Werbung.

Das begreife ich auch nicht. Die Ablehnung von Untertiteln hängt vielleicht mit der Abkehr vom geschriebenen Wort zusammen. Dieser Teil der Jugend liest nicht mehr oder nur noch wenig. Untertitel lesen wird als Arbeit empfunden, das passt nicht in die Freizeit. Publikum verloren haben wir auch bei der Generation zwischen 25 und 40, die mit Beruf und Familie so überbeschäftigt ist, dass sie keine Zeit hat, ins Kino zu gehen. Zugenommen hat hingegen der Anteil der älteren Generation von 60 Jahren an aufwärts. Das ist ein sehr gutes Publikum, das Originalversionen sehen will, das konzentriert Filme schaut, das Filme auch diskutieren will, und das ist neu. Aber dieses Publikum ist nicht so gross, dass es die Verluste in den andern Segmenten kompensieren kann.

Erfolgreich war 2009 vor allem, wer auf 3-D gesetzt hat. Ist 3-D der Totengräber des Arthouse-Kinos?

Nein, das glaube ich nicht. Es sind zwei Phänomene, die zusammengespielt haben: Dass die Multiplexe in der Schweiz so gut greifen, glaubte niemand vor fünf, sechs Jahren. Und dass sich 3-D so schnell als derart grosser Lockvogel entwickeln kann, glaubte eigentlich auch niemand. Da wird sich aber sehr bald eine Normalisierung ergeben. Nur die wirklich guten 3-D-Filme werden auch erfolgreich sein.

Sie rüsten erst jetzt das Kino Bubenberg auf 3-D auf. Haben Sie die Entwicklung verschlafen?

Verschlafen nicht, aber es stimmt, wir sind ein bisschen spät. Wir haben geglaubt, dass man ein Kino wie das Bubenberg auch ohne 3-D erfolgreich bespielen kann. Ende Juni werden nun auch wir soweit sein.

Zur grossen finanziellen Belastung wird für die Arthouse-Kinos die Digitalisierung der Säle, zu der es keine Alternative gibt. Sind weitere Schliessungen unumgänglich?

Die Situation ist gesamtschweizerisch tatsächlich prekär. Wenn die Eintrittszahlen schon nicht gut sind und man dann noch in Kinos investieren soll, kommt man sehr schnell an ökonomische Schmerzgrenzen, immerhin geht es dabei ja um Investitionen pro Saal von 100 000 bis 150 000 Franken. Um die Kinovielfalt zu stützen, hat das Bundesamt für Kultur ein Programm mit Subventionen für die Umrüstung lanciert. Leider aber werden diese Subventionen erst 2011 greifen.

Verliert das Arthouse-Kino nicht auch deshalb Zuschauer, weil es schlicht an attraktiven Autorenfilmen mangelt?

Es fehlen heute tatsächlich die grossen Autoren, die ein Meisterwerk nach dem andern realisieren. Und es fehlen Leute wie Kaurismäki, die mit schrägen Filmen unheimlich grosse Publikumszahlen machen – auch ein Woody Allen hat einen Teil seines Publikums verloren. Verändert hat sich aber auch das Zuschauerverhalten. Man orientiert sich heute nicht mehr so sehr an Filmautoren oder an Schauspielern, sondern stärker an Themen.

Man hat den Eindruck, dass die Arthouse-Kinos selber nicht mehr an den Autorenfilm glauben und auf Masse statt auf Qualität setzen. Weshalb werden immer mehr Filme in immer kürzerer Kadenz auf die Leinwände geworfen?

Es stimmt, die Zahl der Kinostarts nimmt zu, die durchschnittliche Laufzeit wird kürzer und deshalb können Filme kaum noch eine eigene Kraft entfalten. Wir können uns aber nicht ausklinken aus der makroökonomischen Struktur. Nehmen wir die Oscars: Früher gelang es der amerikanischen Filmindustrie noch, ihre Filme über die Oscars an die Leute zu bringen, heute kräht kein Hahn mehr danach, wie derzeit «Crazy Heart», «The Blind Side» oder «Precious» zeigen. Entweder werden die Filme zu einem Event, oder sie gehen unter. Ich finde «Precious» wirklich einen mutigen, sehr emotionalen Film. Weshalb er nicht mehr Aufmerksamkeit bekommt, ist mir unverständlich.

Sie haben in Bern nun weniger Leinwände, wollen aber nicht weniger Filme spielen. Das heisst: Immer mehr Filme laufen in sogenannten «Schienen». Entwerten Sie durch diese Programmierung die Filme nicht noch mehr?

Wir entwerten Filme nicht, sondern wir versuchen, intelligent zu programmieren. Wir spielen Filme, die eher für ein älteres Publikum sind, nun vermehrt am Nachmittag und abends Filme für ein jüngeres Publikum. Das machen auch Kinos in London oder New York und das funktioniert. Die Kinos sind in der Miete und im Betrieb einfach zu teuer, als dass man mit den Abendvorstellungen die Verluste am Nachmittag auffangen könnte.

Sie haben erfolgreich das Multiplex-Kino im Wankdorf verhindert, kämpften aber nicht gegen Pathé Westside. Dieses sei keine Gefahr, weil es weiter vom Zentrum entfernt sei. Eine Fehleinschätzung?

Ich bin nicht jemand, der mit Einsprachen und juristischem Quengeln neue Trends glaubt abblocken zu können. Als die Migros aufkam, ging auch ein Aufschrei durch den Detailhandel, doch letztlich hat sich der intelligente Detailhandel gleichwohl positionieren können. Ich jammere deshalb auch nicht über Westside, ich muss einfach schauen, wie ich unternehmerisch-kulturell weiterführen kann, was mir am Herzen liegt. Deshalb ist die Verkleinerung ein logischer Schritt, und es ist auch eine Garantie für das gute Überleben. Ich sehe jetzt schon wieder beruhigter in die Zukunft. Der Abwärtstrend im Arthouse-Bereich wird nicht anhalten, wir haben die Talsohle erreicht.

Hoffnung allein ist aber noch keine erfolgreiche Strategie.

Natürlich nicht. Wir verfolgen deshalb eine doppelte Strategie: Einerseits werden wird im Kino Bubenberg mit 3-D kommerzieller spielen und so Anteile zurückerobern. Andererseits wollen wir den Arthouse-Bereich mit flankierenden Massnahmen stützen. Wir werden uns stärker mit der Universität, mit der Studentenschaft verbinden und sind daran, neue Instrumente zu entwickeln.

Was für neue Instrumente sind das?

Es geht darum, auch ausserhalb der Filmvorführungen mit dem Publikum zu kommunizieren. Dann wollen wir die Vorführungen vermehrt begleiten und unsere Kinos stärker zu einem Diskussionsforum machen, das wichtig ist für Leute, die sich für den Film interessieren. Bis im Herbst sollen diese Massnahmen entwickelt sein, dann werden wir informieren.

Müssten Sie nicht Kooperationen mit andern Arthouse-Kinos, zum Beispiel in Zürich, anstreben?

Es gibt bereits seit Langem einen regen informellen Austausch. Schon vor Jahren wurde zudem geprüft, ob man das Programmieren zusammenlegen könnte. Es hat sich aber gezeigt, dass dies nicht sinnvoll ist, weil die Unterschiede von Stadt zu Stadt zu gross sind. Wenn man nicht mehr lokal programmiert, geht die Sensibilität für die Verhältnisse vor Ort verloren.

Werden sich die Kinos in Zukunft vermehrt vom Film emanzipieren? Pathé Westside überträgt in seinen Sälen ja auch Opern und kämpft mit der Kitag um die Rechte an Spielen der Fussball-Weltmeisterschaft in 3-D.

Wir werden in unsern Kinos sicher auch vermehrt Kulturereignisse zeigen – Tanz, Theater und Oper, wie auch signifikante Musik-Events. Den Fussball überlassen wir den andern. Sollen die sich um den Ball streiten. Das ist vom Arthouse zu weit entfernt.

Sie sind Mitbesitzer von Frenetic Films und damit auch im Verleihgeschäft aktiv. Eigentlich müsste auch Frenetic unter der Arthouse-Krise leisen. Ist das so?

Nein, da sieht es im Moment relativ gut aus. Dank der engen Kooperation mit zwei französischen Weltvertrieben haben wir ein sehr gutes Standbein in der französischen Schweiz, wo wir einen wesentlichen Teil unserer Einnahmen machen. Dabei profitieren wir von der europäischen Verleihförderung. Nur dank diesem Fördermittel kann man so stark auf den europäischen Studiofilm setzen, wie wir das tun.

Andere unabhängige Schweizer Filmverleiher haben derzeit aber schwer zu kämpfen. Glauben Sie, dass es in der Schweiz in fünf Jahren immer noch über 20 Verleihfirmen geben wird?

Man wird mich heftig kritisieren, wenn ich das jetzt sage, aber ich gehe davon aus, dass die Schweiz zu klein ist für so viele Verleiher. Es wird notwendigerweise eine Konzentration geben.

Sie sind Erbe eines grossen Vermögens. Es heisst oft, Frenetic könne bei Filmeinkäufen anders rechnen als andere Verleiher. Stimmt das?

Oh, das ist immer das gleiche Lied! Frenetic ist überhaupt nicht ein irgendwie mäzenatisch geführter Verleih, er muss wirtschaftlich rentabel sein, es gibt da keine Quersubventionierungen. Auch das Kino muss sich selber tragen. Aber natürlich hat es schon die Situation gegeben, dass ich kurzfristig ein Loch gestopft habe, damit es weitergehen konnte.

Bekannt wurden Sie als Filmemacher, nebst Kinobesitzer und Verleiher sind Sie auch noch Kunstsammler, was ist Ihnen am nächsten?

Das wechselt. Ich bin ein Projektmensch. Ich hatte einmal eine Zeit lang genug vom Spielfilmmachen, von diesen langwierigen Produktionsprozessen und immer wieder ähnlichen Abläufen. Ich kam dann darauf, es sei interessanter, einen Verleih zu gründen. Als dieser lief, habe ich die Fühler nach etwas Neuem ausgestreckt, und so kamen die Kinos dazu. Jetzt aber habe ich wieder vermehrt Lust, mich dem Filmemachen zuzuwenden.

Ihr letzter Film war 1991 «Der grüne Heinrich». Wie sehr hat Sie der Misserfolg des Films getroffen?

Der Film wurde zur Zäsur, weil das eine sehr lange, aufwendige Produktion war und der Film dann leider sein breites Publikum nicht gefunden hat. In den negativen, zum Teil fast hasserfüllten Kritiken war eine Aufregung, die ich nicht ganz begriffen habe. Ich wollte aus dem «grünen Heinrich» nicht einen protestantischen, sondern einen katholischen Film machen, und da gab es Kritiker, die offenbar mit der Sinnlichkeit des Films nicht umgehen konnten.

Haben Sie neue Filmprojekte?

Da gibt es derzeit zwei. Das eine basiert auf dem amerikanischen Roman «The Coffee Trader» von David Liss und spielt 1650 in Amsterdam unter Börsenhändlern. Der zweite Stoff, der mir seit Jahren schon sehr am Herzen liegt, heisst «Venus Hottentot». Es geht um eine Eingeborene aus Südafrika, die 1812 in London und Paris ausgestellt wurde.

Diese beiden Filme erwähnten Sie bereits vor vier Jahren.

Die Finanzkrise hat uns einen Strich durch die Rechnung gemacht. Beim «Coffee Trader» prüfe ich, ob ich die Regie an einen Regisseur mit grösserem kommerziellem Potenzial abtreten und mich aufs Produzieren beschränken soll. Grosse Projekte wie diese sind im Moment einfach schwierig aufzubauen. Ich bin deshalb auch an einem Low-Budget-Projekt, damit ich schneller loslegen kann.

Wenn Sie einen Low-Budget-Film drehen wollen, könnten Sie es sich nicht leisten, das einfach zu tun?

Doch. Aber ich habe mich immer auf den Standpunkt gestellt, dass meine Produktionen finanziert sein sollen wie die der andern auch. Ich habe die kompliziertesten Koproduktionen gemacht, um nicht eigenes Geld hineinzustecken.

Haben Sie 1973 Ihren ersten Film, «Der Tod des Flohzirkusdirektors», nicht mit eigenem Geld finanziert?

Doch, aber das war die Ausnahme, die die Regel bestätigt. Man ist unabhängiger, wenn man nicht eigenes Geld in die Filme steckt, zudem ist das auch eine Vorsichtsmassnahme: Man kann mit Filmproduktionen unheimlich schnell unheimlich viel Geld verlieren.

Ihr Geld stecken Sie lieber in Kunst als in Filme.

Der Aufbau meiner Sammlung hat mir geholfen, die Zeit zu überbrücken, als ich keine Filme machte. Die Beschäftigung mit Kunst erlaubte mir, mich intensiv mit Bildern anderer zu befassen. Ich bewege mich, und das ist unheimlich faszinierend, in vielfältigen Bildwelten zwischen Malerei, Fotografie und bewegten Bildern, zwischen Kunstsammlungen, Filmverleih, Kino und Filmproduktion. Es ist mir in keinem Moment langweilig, und so bin ich auch nie in Versuchung gekommen, über die Situation in der Schweiz in Bezug auf das Filmemachen zu jammern.

Wie beurteilen Sie die Qualität des Schweizer Films heute?

Ich wundere mich über den Trend zur kommerziellen Anbiederung mit oft untauglichen Mitteln. So etwas hat es zu unserer Zeit nicht gegeben. Ich habe nichts dagegen, wenn Filme kommerziell ausgerichtet sind, aber dann müssen sie auch gut gemacht sein. Dafür gibt es Beispiele, «Grounding» oder «Mein Name ist Eugen» etwa. Es fehlt mir auch eine gewisse kreative Vitalität bei den jüngeren Regisseuren und Regisseurinnen. Aber es ist schwierig, wenn die ältere Generation sich so zu Wort meldet. Das sieht nach Altersarroganz aus.

Welches war 2010 bisher Ihr Kino-Highlight?

«Precious» und der Coen-Brothers-Film «A Serious Man». Diesen fand ich unheimlich toll, so frei und so genau erzählt.

Und welches ist Ihr Lieblingsfilm unter den Schweizer Produktionen der letzten zwölf Monate?

Es ist schrecklich, aber ich kann keinen nennen. Ich muss gestehen, ich sehe nicht so viele Filme, ich schaue mir nur an, was mich wirklich interessiert und gebe der Schweizer Produktion nicht den Vorzug. (Der Bund)

Erstellt: 12.04.2010, 15:17 Uhr

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Thomas Koerfer

Thomas Koerfer, geboren am 23. März 1944 in Bern, wuchs in Bolligen bei Bern auf. 1973 realisierte er mit «Der Tod des Flohzirkusdirektors» seinen ersten Spielfilm. Weitere Filme: «Der Gehülfe» (1975), «Alzire oder der Neue Kontinent» (1977), «Die Leiden­schaftlichen» (1981), «Glut» (1983), ­«Konzert für Alice» (1983), «All Out» (1990), «Der grüne Heinrich» (1991). 1994 gründete Koerfer in Zürich den Filmverleih Frenetic Films, ab 2000 übernahm er in Bern die Quinnie Cinemas. Koerfer ist Präsident des Stiftungsrates des Foto­museums Winterthur. Seine Sammlung erotischer Gegenwartskunst ist im Bildband «Stripped Bare – der entblösste Körper in der zeitgenössischen Kunst» publiziert (Hatje-Cantz-Verlag). Thomas Koerfer lebt in Rüschlikon. Er ist verheiratet und hat drei Kinder. (all)

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