Eringerkuhkämpfe, ein begehbares Brot und der freie Fall

Am Freitag öffnet die BEA ihre Tore. Auf Besucher warten 1000 Aussteller, Surfen mit Rosenkavalier, Schwingen mit dem König, der höchste portable Freifallturm der Welt und eine eigene App.

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«‹Kuhnterbunt› und megastark», so lautet das Motto der 64. Ausgabe der Berner Erstausstellung. Bunt gemischt ist auch die Palette an Attraktionen, welche die aktuelle Ausgabe der Ausstellung verspricht. Diese präsentieren sich dem beschaulichen Grüppchen Medienschaffender am Donnerstagmorgen beim «Pre-Opening» aber noch grösstenteils in unfertigem Zustand. «Wir sind immer noch ‹Under Construction›», bemerkt Messeleiter Daniel Beyeler.

Das Angebot an Aussergewöhnlichem ist in den letzten Jahren offenbar stetig angewachsen. Und es scheint, als wolle sich die BEA jährlich selbst übertreffen - heuer mit zahlreichen Neuheiten, unter anderem einer eigenen App. Neu ist auch der Stand im Eingangsbereich der Halle 22: das Wallis. Aus Anlass seines 200-Jahr-Jubiläums steuert der Kanton einiges zur aktuellen Ausgabe der BEA bei – neben Fendant und Raclette werden am Stechfest vom 2. Mai rund 30 Eringerkühe gegeneinander die Hörner wetzen.

Ein Hauch Toskana zwischen Ohrsesseln und Beistelltischchen

Erste Station des Rundgangs ist die Wohn-Halle, dort finden wir uns an einer Rekonstruktion der Piazza von Lucca wieder. Von toskanischem Flair ist hier zwischen den Möbeln zwar noch nicht viel spürbar, aber der halbfertige Teich und die Pflanzentöpfe verheissen baldige Besserung. Für Italianità soll spätestens bis zur Eröffnung am Freitagmorgen gesorgt sein. Kulinarisch werden das Kaffeehaus Rösterei und die Gelateria di Berna ihren Teil zur Piazza beisteuern.

Draussen erwartet uns die «Beactive Zone» – seit fünf Jahren sorgt sie als Sport- und Freizeitzone für spielerische Abwechslung. Seit letztem Jahr kann hier sogar auf einer Giga-Welle gesurft werden. Auch bei der aktuellen Ausgabe der BEA wird das grosse Nass wieder für Vergnügen und noch mehr Brettfreiheit sorgen, «dazu wurde die Welle um zwei Meter verbreitert», sagt Simon Laager, Projektverantwortlicher von Beactive. Stolz sei man zudem auf eine weitere Premiere. «Der Ex-Bachelor Rafael Beutl wird die Welle am Eröffnungstag einweihen» und mit einer Rose eine von zehn Surferinnen zu seinem Date küren.

Neben Strandatmosphäre bietet die« Beactive Zone» unter anderem noch einen Emmentaler Bereich mit Schwingerkönig Matthias Sempach, Hornussen und Schaukäserei, eine Swiss-Tennis-Roadshow, eine Gesundheitszone und ein Paintballareal.

Draussen Surfparty, drinnen Zukunftsschmiede

Nichtsdestotrotz geht es bei der BEA auch darum dem Publikum Produkte und Dienstleistungen schmackhaft zu machen. Ein Anliegen sei es «mehr gewerbetreibende aus Stadt und Region in die Ausstellung zu integrieren», so Beyeler. Zukunftsorientiertheit scheint auch Adrian Haas ein Anliegen zu sein. Der FDP-Grossrat ist verantwortlich für die Sonderschau «tunBern». Verschiedene Unternehmen stellen hier in Workshops technische Berufe vor. «Es besteht ein akuter Fachkräftemangel bei diesen Berufen», so Haas. Dies könnte sich künftig ändern, bereits 3515 Kinder haben sich für die Schnupperkurse angemeldet.

Kühe, Brote und ein Bett im Kornfeld

Auf dem Hallenvorplatz schlägt ein strenger Geruch entgegen. Strohballen und Glockengebimmel kündigen den tierischen Bereich an. Auch die Gastkühe aus dem Wallis sind dort anzutreffen. Wuchtig und etwas einschüchternd wirken sie, die Eringerkühe, aber neben den Stechkämpfen seien sie «ganz harmlos», so Beyeler. Weiter geht der Rundgang durch Gemüse und Getreide bis durch den Laib eines begehbaren Brotes. Was etwas kurios und nach «Brösmeli-Alarm» klingt, entpuppt sich schliesslich als wenig spektakulärer Infostand für das Gebäck. Für reichlich Erstaunen sorgt hingegen ein Bett im Kornfeld – ab Freitag soll es als Fotokulisse für einen Wettbewerb dienen.

Nervenkitzel und Zuckerwatte

Die Führung endet auf dem Tummelplatz des Nervenkitzels. Der Chilbiplatz macht seinem Namen alle Ehre, und neben alten Bekannten wie dem Riesenrad – das in den vergangenen 30 Jahren zu einem inoffiziellen Wahrzeichen der BEA wurde – sichten wir Schiessbuden, Stände mit Magenbrot und Zuckerwatte, drehende Bahnen und mittendrin einen gewaltig hohen Turm: den Swiss Tower, den höchsten portablen Freifallturm der Welt.

Mit seinen 82 Metern überragt der Turm das Riesenrad um 22 Meter. Zum ersten Mal können sich die Messebesucher heuer auf rund 40 Metern dem freien Fall überlassen. Gesagt, getan. Mit jedem weiteren Höhenmeter bietet sich Mutigen ein ausgedehnteres Panorama über die Region. Zuoberst angelangt – beeindruckt von der Aussicht und mit rasendem Puls – folgt nach circa 30 Sekunden ein «Klick», und das Herz setzt für eine Sekunde aus. Unten angekommen, fühlt man sich schliesslich ein bisschen wie neu geboren. (DerBund.ch/Newsnet)

Erstellt: 23.04.2015, 19:22 Uhr

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