Entscheid für RBS-Tiefbahnhof

Unter den Gleisanlagen der SBB soll bis 2025 ein neuer RBS-Tiefbahnhof entstehen. Der neue Bahnhof ersetzt den alten Standort. Baubeginn ist 2016. Für den RBS-Bahnhof werden 522 Millionen Franken veranschlagt.

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Der aus allen Nähten platzende Bahnhof des Regionalverkehrs Bern-Solothurn (RBS) in Bern soll bis 2025 durch einen neuen, viergleisigen Tiefbahnhof ersetzt werden. Zudem erhält der Bahnhof Bern eine neue Westpassage und damit einen zweiten Haupteingang beim Bubenbergzentrum.

Dies alles ist der erste Schritt eines über rund zwei Jahrzehnte angelegten, grossen Ausbauprojekts des Bahnhofs Bern. In einer zweiten Phase plant die SBB ab 2025 den heutigen Normalspurbahnhof um vier Gleise zu erweitern.

Der Ausbau des Bahnhofs Bern sei von zentraler Bedeutung für den Kanton Bern und die Schweiz, betonte Bau-, Verkehrs- und Energiedirektorin Barbara Egger am Dienstag vor den Medien in Bern.

Mit bis zu 260'000 ein- und aussteigenden Passagieren pro Tag sei Bern der zweitgrösste nationale Bahnknoten der Schweiz. Und bis im Jahr 2030 rechnet Egger mit über 375'000 Nutzerinnen und Nutzer, wie sie ausführte.

Teil der S-Bahn Bern

Als erstes wollen die Projektverantwortlichen die Platz- und Kapazitätsprobleme beim RBS lösen. Dieser Bahnhof wurde in den 1950-er Jahren geplant und auf etwa 16'000 Reisende pro Tag ausgelegt. Heute sind es mehr als 60'000.

Der RBS bedient ein grosses Agglomerationsgebiet und ist Teil der S-Bahn Bern. Er zählt mit über 26 Millionen Fahrgästen pro Jahr zu den am stärksten frequentierten Privatbahnen der Schweiz.

Zweiter Hauptzugang

Der neue Tiefbahnhof soll direkt unterhalb der SBB-Gleise 2 bis 7 zu liegen kommen, wie die Projektverantwortlichen am Dienstag erklärten. Der alte Bahnhof wird neuen Nutzungen Platz machen.

Der Baubeginn ist für 2016 geplant. Auf diesen Tiefbahnhof abgestimmt erstellt die SBB im gleichen Zeitraum eine zweite Personenunterführung mit einem zusätzlichen Hauptzugang beim Bubenbergzentrum.

Für den Ausbau des RBS-Bahnhofs wurden am Anfang über 20 Lösungen diskutiert. Am Schluss blieben noch deren zwei übrig: der Tiefbahnhof und die nun verworfene Idee, den bestehenden RBS-Bahnhof seitlich auszubauen.

Die Variante Tiefbahnhof schneide gegenüber der anderen Variante in allen Punkten besser ab, hielt RBS-Direktor Fabian Schmid fest. Der Tiefbahnhof koste nach heutigen Schätzungen etwa 30 Millionen Franken weniger. Dazu brauche es keine baulichen Eingriffe in den heiklen Aarehang. Und schliesslich lasse der Tiefbahnhof die Möglichkeit offen, später die Kapazitäten nochmals zu steigern.

«Kein Plan B»

Die Baukosten sind heute erst in groben Zügen bekannt. Für den RBS-Bahnhof werden sie auf 522 Millionen Franken veranschlagt. Die Kosten für die erste Ausbauetappe der SBB mit dem zweiten Hauptzugang werden auf 345 Millionen Franken geschätzt.

Die Finanzierung sei eine Herausforderung, gab Regierungsrätin Barbara Egger unumwunden zu. Doch sie sei zuversichtlich, dass sie gelingen werde. Der Bau des RBS-Tiefbahnhofs und der neuen Publikumsanlagen sei im Rahmen des Agglomerationsprogramms zur Mitfinanzierung aus dem Infrastrukturfonds des Bundes angemeldet.

«Wir wissen, dass wir hier in einem schweizweiten Wettbewerb mit anderen Projekten stehen», räumte Egger ein. Einen Plan B habe sie aber nicht. «Meines Erachtens stehen die Chancen gut», zeigte sich die Bau-, Verkehrs- und Energiedirektorin zuversichtlich.

Man möge sich vielleicht fragen, ob es angesichts der laufenden finanzpolitischen Diskussion im Kanton angebracht sei, über solch grosse Investitionsprojekte zu reden, führte Egger aus. Doch mit einem Flickwerk sei niemandem geholfen. Es gelte, jetzt die Weichen zu stellen. «Wenn wir heute auf die Bremse stehen, blockieren wir die Mobilität der nachfolgenden Generation», warnte Egger. (bs/sda)

Erstellt: 18.12.2012, 11:25 Uhr

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