Eine kalte Dusche für die Elefanten

Während die Stadt unter den hohen Temperaturen ächzt, zeigen sich die über hundert Tiere im Zirkus Knie auf der Berner Allmend von der Hitze unbeeindruckt. Doch auch die Elefanten brauchen zuweilen eine kalte Dusche.

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Seelenruhig stehen die drei Elefantendamen Ceylon, Delhi und MaPalaj in der brütenden Sonne auf der Berner Allmend. Dass die Temperaturen an diesem Nachmittag auf 37 Grad steigen, beeindruckt die Tiere nicht. Mit dem Rüssel kratzen sie auf dem Boden Heu und Gras zusammen – und verteilen dieses mit einem eleganten Schwung auf dem eigenen Rücken.

Und es kommt noch besser: Mehrmals am Tag besucht der Elefantendompteur Franco Knie Junior die Dickhäuter und versorgt sie mit kaltem Wasser. «An einem Tag wie diesem trinkt ein Elefant bis zu 300 Liter», erklärt Knie, während er einem Elefanten den Wasserschlauch vor den Rüssel hält.

Elefantenbäder im Neuenburgersee

Man merke den Tieren die Hitze schon an, sagt Knie. «Alles läuft ein wenig langsamer und gemütlicher. Tagsüber suchen die Tiere den Schatten.» Die Tiere des Zirkus wüssten sich aber zu helfen: «Sie kommen fast alle aus heissen Regionen der Erde. Und sind sie ja auch intelligent genug: Wenn sie Lust auf Sonne haben, gehen sie raus – und wenn es ihnen zu heiss wird, liegen sie wieder an den Schatten».

Die Elefanten haben es dabei einfach – dank den grossen Ohren, die ihnen als Kühlorgan dienen. Andere Zirkustiere wie die Pferde hängen ihre Zungen raus – denn bei der herrschenden Hitze helfen auch heissblütige Namen wie «Fuego» oder «El Nil» nichts.

Derweil nehmen die Hängebauchschweine ein ausgiebiges Schlammbad und legen sich nach dem Bad gemütlich in den Schatten. «Ein Bad im Schlamm kühlt ab – und hat den zusätzlichen Effekt, dass Insekten ferngehalten werden», sagt Knie. Denn besonders die Bremsen bereiten den Tieren Mühe.

Trotz den Ohren und ihrer dicken Haut gönnen sich auch die Elefanten gerne ein kühlendes Bad: «Je nach Spielort organisieren wir den drei Damen ein Bad», sagt Knie. Es sei es schon fast eine Tradition, dass die Dickhäuter in den Neuenburgersee oder bei Lausanne in den Genfersee eintauchen.

Die heisse Show der Trapezkünstler

An 354 Vorstellungen in 42 Schweizer Städten treten die asiatischen Elefanten, Pferde und Ponys in einer Saison auf. Jeden Tag stehen die Tiere im Einsatz – mittwochs und an den Wochenenden gar zweimal. Andere Tiere wie die Vietnamesischen Hängebauchschweine oder die kleinen Kapuzineraffen haben in der Manege gar keinen Auftritt – sie erfreuen im Zirkuszoo die Besucher.

Während die Hitze für die Tiere und auch die Besucher der Vorstellungen bewältigbar ist, gestaltet sich die Situation für die 45 Artisten ungleich schwieriger: «In den Kostümen und unter dem vollen Scheinwerferlicht geraten die Artisten ins Schwitzen». Am heissesten ist es aber für die Trapezkünstler, die in luftiger Höhe ihre Kunststücke vollführen. Denn in der Kuppel des Hauptzeltes kann es über vierzig Grad warm werden.

Weiter nach Genf

Bereits nach der Mittwochabendvorstellung wird der Knie seine Zelte auf der Allmend abbrechen. Und damit steht auch für die Tiere eine neue Station auf dem Programm. Sie ziehen weiter nach Genf, wo es am Wochenende nicht viel kühler sein dürfte: Die Prognosen versprechen um die 28 Grad.

Die Elefanten werden sich auch in der Westschweiz von der Hitze unbeeindruckt zeigen – auf ein Bad im Genfersee müssen sie sich aber noch bis Ende September gedulden. (DerBund.ch/Newsnet)

Erstellt: 21.08.2012, 16:48 Uhr

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