Ein Lauf mit vielen Emotionen

Der 27. Frauenlauf verzeichnet mit 14'060 Finisherinnen einen neuen Rekord. Patricia Morceli bestreitet in Bern gleich zwei Rennen.

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Es war eine Demonstration der Klasse. Wie Patricia Morceli über die 10-km-Distanz am Schweizer Frauenlauf ab dem ersten Meter davonzog, musste beeindrucken. Entsprechend wurde es zu einem einsamen Rennen für die Marathon-Spezialistin aus Cham. «Ich wollte von Beginn an mein Tempo laufen, mich streng fordern und den eigenen Streckenrekord unterbieten», sagte die 39-Jährige. Dank der Unterstützung des Publikums wie auch der eigenen Motivation glückte dieses Vorhaben. 12 Sekunden blieb sie unter der eigenen Marke von 2008. Entsprechend zufrieden zeigte sie sich nach dem Rennen.

Doch das emotionale Rennen von Patricia Morceli sollte erst noch kommen. Auch über die 5 Kilometer begab sie sich an die Startlinie. Aus speziellem Grund: Tochter Aishah (10) war von einer Kollegin gefragt worden, ob sie auch mitlaufen werde. Ja, sagte die Tochter der Läufereltern - Vater Nourredine Morceli war in den 90er-Jahren Weltrekordathlet. Und Aishah hatte einen Wunsch: «Mami, gäll, ich will mit dir springe.» Noch nie hat die junge Mehrkämpferin eine solche Distanz rennend zurückgelegt.

«Das isch läss gsii»

Patricia Morceli entsprach dem Wunsch der Tochter liebend gerne. Druck setzte sie keinen auf - im Gegenteil, sie versuchte diesen zu nehmen. «Ich passte mich Aishah an», sagte sie und konnte nachempfinden, als sie plötzlich zu hören bekam: «Uh, das isch aber sträng.» Bewusst wurde sich Mutter Morceli der Emotionalität dieses Unterwegsseins: «Das war noch schöner als der morgendliche Sieglauf, das waren Minuten, die sehr berührten.» Und beachtlich waren die beiden Morcelis ebenso unterwegs. Platz vier in der Kategorie M12 schaute für Aishah heraus. Platz vier, eine Rangierung, die «enorm viel Freude» bereitete und welche die noch nie erlebte Müdigkeit ziemlich rasch vergessen liess. «Das isch läss gsii.»

Pogorielska mit Vorsprung

Im Hauptrennen über 5 km setzte sich zum zweiten Mal nach 2011 die Ukrainerin Wiktoria Pogorielska durch - mit deutlichem Vorsprung auf Irina Mikitenko (D), Cynthia Kosgei (Ken) und Sabine Fischer (Glarus). Die beste Schweizerin verpasste damit nicht nur den ersten Schweizer Sieg seit vier Jahren, sondern auch das ursprünglich formulierte Minimalziel Podest. Dennoch zeigte sich die 39-Jährige «sehr zufrieden. Noch habe ich kein Bahnrennen in den Beinen, noch bin ich im Vergleich zu meinem besten Frauenlauf-Jahr in Verzug.» 2011 war dies (2.). Damals hatte sie zu diesem Zeitpunkt bereits die EM-Limite unterboten und mehrere Bahnrennen in den Beinen.

Die 27. Austragung des Schweizer Frauenlaufs schrieb ein neues Kapitel in der Erfolgsgeschichte. Bei den Anmeldungen wurde erstmals die 15'000-Marke (15'115) geknackt, bei den Klassierten die der 14'000 (14'060).

Alle Resultate: //services.datasport.com/2013/lauf/frauenlauf/ (Der Bund)

Erstellt: 10.06.2013, 06:55 Uhr

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