Ein Dutzend Anrufe auf die Asyl-Hotline

Seit einer Woche sind 16 Asylbewerber in der Zivilschutzanlage Hochfeld untergebracht. Die Bevölkerung in der Länggasse reagiere zurückhaltend, aber wohlwollend auf die Asylsuchenden, sagt Roman Della Rossa von der Betreiberfirma ORS.

Die Notunterkunft in der Länggasse weckt bisher keine negativen Reaktionen bei der Bevölkerung.<p class='credit'>(Bild: Franziska Scheidegger)</p>

Die Notunterkunft in der Länggasse weckt bisher keine negativen Reaktionen bei der Bevölkerung.

(Bild: Franziska Scheidegger)

Der Kanton Bern hat für Fragen der Bevölkerung seit dem 4. Januar 2012 eine Hotline in Betrieb. Wie oft wurde die Hotline bis jetzt genutzt? Es ging ein Dutzend Anrufe ein. Die Bevölkerung ist eher zurückhaltend. Die Asylbewerber sind ja auch erst vor einer Woche eingezogen. Das Zusammenleben muss sich noch einstellen.

Was waren denn die Anliegen der Anruferinnen und Anrufer? Viele Anfragen bezogen sich auf die Kinder, die im Hochfeld untergebracht sind, beispielsweise, ob es erwünscht ist, wenn man Spielsachen vorbeibringt. Die Reaktionen sind wohlwollend und interessiert. Negative Rückmeldungen haben wir bisher keine erhalten. Die Anwohnerschaft scheint auch sehr interessiert, einige schauen in der Notunterkunft vorbei.

Am Montag ging der Schulbetrieb nach den Weihnachtsferien wieder los. Wie geht das aneinander vorbei? Man weist die Asylsuchenden schon darauf hin, dass das Schulgelände nicht für sie bestimmt ist. Wir sind auch in ständigem Kontakt mit der Schule, der Polizei und es ist auch ein Securitas-Angestellter vor Ort. Der Schulbetrieb muss geordnet weiterlaufen, ebenso der Betrieb in der Notunterkunft.

Was ist denn die Aufgabe des Securitas? Der Kanton wie auch die Stadt nehmen den Punkt der Sicherheit sehr ernst, deshalb wurde die Securitas engagiert. Diese patroulliert, schaut vorbei, weist den Asylsuchenden aber auch den Weg zur Bushaltestelle, wenn sie in die Stadt fahren wollen.

Ein Securitas kostet ja auch zusätzlich Geld. Im Vorfeld wurde Kritik laut, als bekannt wurde, dass der Kanton Bern den Auftrag an Ihre Firma, die ORS, vergeben hat und nicht an eine Hilfsorganisation wie die Heilsarmee oder Caritas. Es hiess, sie sparten am falschen Ort, bei den Asylsuchenden. Wie gesagt, bezahlt die Securitas der Kanton Bern. Grundsätzlich kann ich sagen: Wir machen nichts anderes als die Hilfswerke auch: Wir betreuen Menschen und bieten ihnen neben anderem ein Dach über dem Kopf, und zwar nach den Vorgaben unserer Auftraggeber, der Kantone.

Also bleibt dem Asylsuchenden selber von diesen 55 Franken nichts? Für den Kanton Bern stand im Vordergrund, die ihm zugewiesenen Asylsuchenden vernünftig unterzubringen. Die Zivilschutzanlage Hochfeld ist dabei eine Notunterkunft, in der keine Kochgelegenheiten bestehen. Deshalb entschied sich der Kanton für ein vollumfängliches Catering der Mahlzeiten. Die Sozialhilfeleistung ist somit umfassend gewährleistet und der regelkonforme Umgang mit den Pauschalgeldern ist sichergestellt. Für die Asylsuchenden stehen übrigens Beschäftigungsprogramme zur Verfügung, mit den sich Interessierte Bargeld erarbeiten können.

Das Asylzentrum im Hochfeld ist eine vorübergehende Lösung, die voraussichtlich bis im Sommer Unterkunft bieten wird. Wann stossen neue Asylsuchende zu den 16 jetzigen Bewohnern? Die Zuteilung erfolgt durch den Kanton.

DerBund.ch/Newsnet

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