ENSI erwartet Anpassung des Mühleberg

Nachdem beim Atomkraftwerk Mühleberg neue Schweissnahtrisse festgestellt wurden, erwartet das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat ENSI, dass die Kraftwerkbetreiberin diese Erkenntnisse in ihr Instandhaltungskonzept einfliessen lässt.

Das ENSI fordert, dass bis Ende Oktober der Berner Energiekonzern BKW das Instandhaltungskonzept für das AKW entsprechend ergänzen soll.

Das ENSI fordert, dass bis Ende Oktober der Berner Energiekonzern BKW das Instandhaltungskonzept für das AKW entsprechend ergänzen soll. Bild: Valérie Chételat

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Bis Ende Oktober soll der Berner Energiekonzern BKW das Instandhaltungskonzept nun entsprechend ergänzen, wie aus einer auf der Homepage des ENSI aufgeschalteten Mitteilung hervorgeht.

Die BKW nehme diese Ergänzungen selbstverständlich fristgerecht vor, sagte Mediensprecherin Murielle Clerc am Dienstag auf Anfrage.

Die neuen Risse wurden während der jährlichen Revisionsarbeiten entdeckt. Für den Betrieb stellten sie sicherheitstechnisch kein Risiko dar, kam die Nuklearsicherheitsbehörde ENSI zum Schluss.

Bereits am vergangenen Donnerstag gab die Behörde dem bernischen Energiekonzern BKW deshalb grünes Licht, um das AKW nach der Jahresrevision wieder anzufahren.

Solche Risse seien auch schon in US-amerikanischen Kernanlagen festgestellt worden. Dass diese nun auch in Mühleberg entdeckt wurden, sei erwartbar gewesen, sagte ENSI-Sprecher Anton Treier am Montag der Nachrichtenagentur sda.

Ob die Risse künftig ein Problem darstellen könnten, konnte Treier nicht sagen. Das ENSI erteile die Genehmigungen nur für einen Betriebszyklus. Dieser dauere im Allgemeinen rund ein Jahr.

Bereits 1990 wurden Anrisse an einzelnen Schweissnähten des Kernmantels entdeckt. Sie werden seither regelmässig überwacht. 1996 hatte das AKW vorsorglich vier Zuganker eingebaut, welche die Belastung auf die Schweissnähte reduzieren. Zusätzlich stabilisieren sie den Kernmantel und stützen ihn an der Druckbehälterwand ab.

Der Berner Energiekonzern BKW will das Werk in Mühleberg 2019 ausser Betrieb nehmen. Um das AKW über das Jahr 2013 hinaus zu betreiben, musste die BKW ein detailliertes Instandhaltungskonzept vorlegen. (rv/sda)

Erstellt: 09.09.2014, 10:35 Uhr

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