«Dürfen wir dir einen Double Tall Latte offerieren?»

Die amerikanische Kaffee-Kette Starbucks wirbt mit einer gewagten Kampagne um Kunden und spendiert Getränke umsonst. Nun kontert die Konkurrenz.

Kleiner Sturm im Kaffeeglas: Starbucks fordert die lokalen Cafés heraus, diese nehmen den Fehdehandschuh auf.

Kleiner Sturm im Kaffeeglas: Starbucks fordert die lokalen Cafés heraus, diese nehmen den Fehdehandschuh auf.

(Bild: Dominik Steiner)

Das Café Adriano's schickt seine Gäste in die amerikanische Kaffeekultur: «Dürfen wir dir einen Double Tall Latte bei Starbucks offerieren?» Der Betrieb am Theaterplatz reagiert damit auf eine Werbeaktion der Kaffee-Kette. Diese verteilt kostenlos Getränke – gegen die Abgabe einer Quittung eines anderen Kaffees.

Normalerweise spare das Adriano's das Papier für die Quittungen, so Geschäftsführer Adrian Iten. Für die nächsten Tage gilt jedoch eine Ausnahme, die Gäste erhalten den Beleg – und damit einen gratis Kaffee bei Starbucks. Das Angebot gilt allerdings erst ab einem Konsum von fünf Franken.

«Die Sache könnte für Starbucks nach hinten losgehen»

Adrian Iten wurde vom «unternehmen mitte» auf die Starbucks-Kampagne aufmerksam gemacht. Das Basler Café ruft via Facebookzum Besuch bei der Konkurrenz auf. Auf Anfrage der Basler Kollegen hat sich am Dienstag auch Iten der Aktion angeschlossen.

Andere Berner Betriebe, die ihre Gäste aktiv auf die Kampagne von Starbucks hinweisen, seien ihm nicht bekannt, so Iten. «Die Sache könnte für Starbucks nach hinten losgehen, wenn es sich zu sehr ausbreitet.»

Noch bis Ende Woche

Diese Befürchtung teilt man beim Kaffee-Riesen nicht. Auf die Frage, ob die Werbung zu einem Boomerang werden könne, sagt Reto Zangerl, der Pressesprecher von Starbucks Schweiz: «Im Gegenteil. Wenn die Werbung aufgenommen wird und viele Leute kommen, ist das Ziel erreicht.» Zudem läuft die Aktion nur noch bis Ende Woche.

Auch den Vorwurf, die Aktion sei aggressiv gegen die Konkurrenz gerichtet, lässt Zangerl nicht gelten: «Es geht darum, auf kreative und freche Art die Leute aufzufordern bei uns vorbeizuschauen.» Frontal die lokalen Cafés angreifen wolle man nicht.

Das Adriano's nimmts denn auch gelassen: «Für uns ist das ein Gag. Die Kampagne ist herausfordernd», so Adrian Iten. Ob die Aktion zu mehr Zulauf in die Starbucks-Filialen geführt hat, konnte der Zangerl noch nicht sagen. Genaue Zahlen lägen noch keine vor.

DerBund.ch/Newsnet

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