Die Terrakotta-Krieger sind da

Die tönernen Protagonisten der grossen China-Ausstellung im Historischen Museum in Bern sind in der Bundesstadt eingetroffen – gepolstert, versichert und wohlbehalten.

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Die Protagonisten der grossen China-Ausstellung im Historischen Museum in Bern sind in der Bundesstadt eingetroffen. Museumsverantwortliche konnten am Freitag die ersten der insgesamt zehn Figuren der weltbekannten Terrakotta-Armee aus ihren Transportkisten befreien.

Gut festgezurrt, gepolstert - und natürlich versichert - wurden die über 2000 Jahre alten Figuren aus der Ausgrabungsstätte im chinesischen Xi'an in grossen, blauen Kisten mit Spezialtransporten von Zentralchina nach Peking gefahren. Von dort wurden sie per Flugzeug nach Europa und dann wiederum mit Spezialtransporten nach Bern gebracht, wie Museumsdirektor Jakob Messerli am Freitag vor den Medien sagte. An ihrem Bestimmungsort angekommen, machte sich am Freitagnachmittag ein Team von Spezialisten ans Auspacken der kostbaren Figuren.

Chinesische Gelassenheit

Die Akkuschrauber surren, Schrauben werden gelöst, Polster entfernt, und langsam kommt ein lebensgrosser gepanzerter Infanterist zum Vorschein. Stolz, aber gelassen ist sein fein ausgearbeiteter Gesichtsausdruck. Und fast scheint es, als würde der Krieger aus Ton ein wenig amüsiert auf das Blitzlichtgewitter der zahlreichen Pressefotografen hinunterblicken.

Und wieder surren die Akkuschrauber. Diesmal gibt eine noch grössere Transportkiste ein lebensgrosses Pferd preis. Neben den zehn Figuren der Terrakotta-Armee werden über 200 weitere Original-Exponate im Rahmen der Ausstellung «Qin - Der unsterbliche Kaiser und seine Terrakottaarmee» Geschichte und Geschichten aus den Anfängen des chinesischen Reichs erzählen.

In den kommenden Tagen wird die Ausstellung aufgebaut und eingerichtet. Am 15. März öffnet sie ihre Tore und dauert bis Mitte November. Über zwei Jahre lange Verhandlungen waren nötig, damit die Krieger aus der monumentalen Grabanlage des ersten chinesischen Kaisers nach Bern kommen konnten.

Geschichten und Geschichte

Die Ausstellung bringt dem Publikum in Bern eine entscheidende Epoche der chinesischen Geschichte näher. Im Zentrum stehen dabei die Entstehung des chinesischen Kaiserreichs 221 vor Christus, die schillernde Figur des ersten Kaisers und seine monumentale Grabanlage sowie das Vermächtnis dieser Epoche für China.

Er freue sich, dass ganz unterschiedliche Figuren der Terrakotta-Armee nach Bern kämen, betonte Messerli. Die Terrakotta-Armee von Qin Shi Huangdi wurde 1974 per Zufall entdeckt. Sie umfasst rund 8000 lebensgrossen Krieger. An die 1500 sind bis heute ausgegraben worden.

Sie alle sind aber nur ein Teil der gigantischen Grabanlage des ersten chinesischen Kaisers. Museumsdirektor Messerli bezeichnete sie als «Hauptstadt im Jenseits». Qin Shi Huangdi habe vor über 2000 Jahren so quasi «das Diesseits ins Jenseits» mitgenommen. Der eigentliche Grabhügel selber wurde bis heute nicht geöffnet. Die Terrakotta-Armee ist seit 1987 auf der Liste der UNESCO-Weltkulturerbes und wird mitunter auch als achtes Weltwunder bezeichnet. (bs/sda)

Erstellt: 22.02.2013, 18:05 Uhr

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