«Die Brache ist nicht einfach frei»

Quartierbewohnerinnen und -bewohner der Lorraine arbeiten an neuen Ideen für das Centralwegareal. Gemeinderat Alexandre Schmidt hegt jedoch Vorbehalte gegenüber dem Engagement der Quartierbewohner.

«Das kommt etwas spät» Der zuständige Gemeinderat Alexandre Schmidt über die Bestrebungen der Lorrainebewohner, die Planung Centralwegareal neu aufzurollen.

«Das kommt etwas spät» Der zuständige Gemeinderat Alexandre Schmidt über die Bestrebungen der Lorrainebewohner, die Planung Centralwegareal neu aufzurollen. Bild: Adrian Moser

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In der Lorraine nehmen die Anwohnerinnen und Anwohner das Heft in die Hand. An einer Quartierversammlung vom Samstag fanden sich 120, mehrheitlich jüngere Quartierbewohner in der Aula der Gewerbeschule ein, um nach Ideen für die Brache am Centralweg zu forschen. Diese steht seit 2009 leer, beim jüngsten Wohnbauprojekt «Baumzimmer» ist ungewiss, ob es je verwirklicht wird (siehe Box).

Geht es nach den Quartierbewohnerinnen und -bewohnern, soll auf der Brache durchaus gebaut werden. Am Samstag war von günstigem Wohnraum die Rede, aber auch von Gemeinschaftszentren oder gar einem Asylzentrum. Doch wie beurteilt die Stadt das Bestreben des Quartiers, die Planung des Centralwegareals neu aufzurollen?

Stadt will Zepter nicht aus der Hand geben

«Das kommt etwas spät», sagt der zuständige Gemeinderat Alexandre Schmidt (FDP) auf Anfrage von DerBund.ch/Newsnet. «Die Planung der Stadt für das Areal ist schon sehr weit fortgeschritten – die Brache ist nicht einfach frei verfügbar.» Für das Wohnbauprojekt der Stadt seien bereits zahlreiche Expertisen gemacht worden, etliche Gremien hätten getagt. «Diese Vorarbeit kann man nicht ignorieren». Sobald entschieden sei, wie es um das Dossier ‹Baumzimmer› rechtlich bestellt ist, werde die Stadt das Zepter in die Hand nehmen.

Bis dahin seien aber gute Ideen willkommen: «Für Zwischennutzungen ist der Ort sehr geeignet – Ideen aus der Bevölkerung sollen da berücksichtigt werden», sagt Alexandre Schmidt.

Schlechte Karten für ein Asylzentrum

Die Idee jedoch, in einer Zwischennutzungsphase oder sogar permanent ein Asylzentrum einzurichten, nennt Alexandre Schmidt «kühn». Ein solches Unterfangen habe kaum Chancen, realisiert zu werden. «Bund, Kanton und Gemeinde müssen sich einig werden, die Infrastruktur muss stimmen – und gegen ein solches Bauvorhaben kann auch aus dem Quartier jederzeit Einsprache erhoben werden.» (DerBund.ch/Newsnet)

Erstellt: 19.01.2014, 15:19 Uhr

Wie weiter mit dem Projekt Baumzimmer?

Einen «Murks» nannte Stadtrat Luzius Theiler (GPB) das Projekt Baumzimmer der Stadt während einer Sitzung. Sicher ist: Aus dem ursprünglich einfachen Vorhaben, Wohnraum zu bauen, ist ein komplexer Streitfall geworden.

Nachdem die Stadtratsmehrheit am 16. Mai dem Baukredit von 8,8 Millionen Franken zustimmte, hat das Parlament seinen eigenen Entscheid am 12. September wieder rückgängig gemacht. Der Grund: Die 13 Wohnungen würden für die Mieter zu teuer, weil dem Bau (ebenfalls per Stadtratsbeschluss) die Subventionierung durch den Fonds für Boden- und Wohnbaupolitik versagt worden war. Auch aus dem Quartier wurden Proteste laut. Die FDP reichte Beschwerde gegen diesen letzten Stadtratsbeschluss ein – er sei nicht rechtens. Die Beschwerde liegt jetzt beim Regierungsstatthalteramt, so lange sind den Beteiligten die Hände gebunden.

Eine Gruppe linker Ratsmitglieder will es aber schon jetzt wissen: In einer interfraktionellen Motion wird verlangt, das Baurecht an eine Wohnbaugenossenschaft abzugeben. Die Antwort des Gemeinderats steht noch aus.

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Die Lorraine und der Centralweg

Die Lorraine und der Centralweg «Hier baut das Quartier»: Am Samstag trafen sich Quartierbewohner der Lorraine, um über die Zukunft der Brache am Centralweg zu diskutieren.

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